Es war einmal, und das ist noch gar nicht so lange her, da fuhren durch Roßdorf noch die Blauen Busse der Firma Menzel und die roten Bahnbusse, ab Darmstadt die HEAG- Busse und Straßenbahnen, und auf der Eisenbahn die Deutsche Bundesbahn. Jeder hatte eigene Regeln und Tarife, und eigene Fahrkarten.
Wehe dem, der umsteigen musste.
Alles Geschichte, und völlig umgekrempelt durch die Gründung der integrierten Verkehrsgesellschaft RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) in Südhessen vor 20 Jahren. Eine Strecke, ein Tarif, egal welches Nahverkehrsmittel genutzt wird, war das neue Prinzip.
Wer hätte sich 1990 vorstellen können, in Roßdorf in irgendeinen gerade vorbei kommenden Bus einzusteigen, am Ostbahnhof in die Odenwaldbahn umzusteigen und dann in Frankfurt mit der Straßenbahn sein Ziel zu erreichen, und zwar alles mit demselben Fahrschein zu einem einheitlichen Tarif?
Die neue Verkehrspolitik macht‘s möglich.
Zum 20-jährigen Bestehen gratuliert die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den hessischen Verkehrsverbünden zu ihrer erfolgreichen Arbeit.
„Mit der Gründung der Verkehrsverbünde begann eine Erfolgsgeschichte, die den Nahverkehr weit über die Grenzen Hessens hinaus revolutioniert hat: mehr Züge, engere Taktung und steigende Fahrgastzahlen. Der Personennahverkehr ist effizienter und attraktiver geworden und hat viele Menschen davon überzeugt, vom Auto auf Bahn und Bus um zusteigen.
So nutzen den RMV heute jährlich 715 Millionen Fahrgäste – eine Steigerung von 35 Prozent gegenüber 1995.“ Auch im Bereich Darmstadt steigt die Zahl der Bus / Bahn-Nutzer im Vergleich zu den Autofahrern.
„Diese Erfolgsgeschichte des Nahverkehrs in Hessen wollen wir GRÜNE in Hessen fortschreiben, um die Mobilität der Menschen in Hessen zu erhöhen und eine klimafreundliche Alternative zum Auto weiter zu stärken. Deshalb begrüßen wir die entsprechenden Schritte der Landesregierung wie z.B. den Beitritt zur Planungsgesellschaft zum Bau der Regionaltangente West um Frankfurt herum oder den geplanten Ausbau der S-Bahn Rhein-Main.
Eine wichtige Weichenstellung ist, dass die Landesregierung aus den vom Bund überwiesenen Mitteln für den kommunalen Verkehr in Zukunft Projekte des den Öffentlichen Personennahverkehrs gleichgewichtig zum kommunalen Straßenbau fördert“ so die Landtagsfraktion. Die Aufwertung des öffentlichen Nahverkehrs ist Teil des Schwarz-Grünen Koalitionsvertrags.
Die Landtagsfraktion erinnert aber auch daran, dass das Land einen modernen Nahverkehr nicht alleine gewährleisten kann: „Wir sehen den Bund in der Pflicht, ausreichend Geld für den Erhalt und den weiteren Ausbau der Schieneninfrastruktur und für den Nahverkehr zur Verfügung zu stellen. Dazu hat er sich bei der Bahnreform 1994 gesetzlich verpflichtet. Wir unterstützen deshalb den hessischen Verkehrsminister in seinen Verhandlungen mit dem Bund über eine Reform der so genannten Regionalisierungsmittel.“

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