Windräder am Tannenkopf:  Roßdorfs Beitrag zur Energiewende

Seit dem 22.12.2015 drehen sich Roßdorfs Windräder. Die Gegner der Anlagen hatten zwei „unwiderlegbare“ Argumente: Den unter 20 Hertz liegenden Infraschall und den Wertverlust der Immobilien.

Fangen wir mit dem Wertverlust an.

In der „Faktensammlung“ vom März 2015 behaupteten Roßdorfs Windkraftgegner dass durch den Bau der Windräder „ Roßdorfs Immobilien circa 65 Millionen Euro an Wert“ verlören.

Fakt ist: Die amtlichen Bodenrichtwerte für den OT Roßdorf lagen im Jahr 2014 bei 375€ und stiegen 2020 auf 440€, Also eine Steigerung von 17,3 Prozent. Trotz Windrädern oder wegen der Windräder fragen wir schelmisch? Wer solche „Fakten“ 2015 verbreitete machte das, was man heute „Fake-News“ nennt oder richtiger „aggressive Angstmacherei“.

Das Bild stammt aus 2015, als die Windräder aufgebaut wurden: Die Montage war aufsehenerregend, das Ergebnis auch. Roßdorfs Stromenergie stammt ganz stark aus der Windkraft.

Das zweite „unwiderlegbare Argument“ der Windkraftgegner war der „Infraschall“,

In der „Faktensammlung“ nannten sie als Gefährdung:
Schwindelgefühle, Gedächtnisprobleme, Seekrankheit, unscharfes Sehen.

Ist jemandem außer „Antiwind“ sowas seit 2015 tatsächlich aufgefallen? Einen unsachlichen Kommentar ersparen wir uns.

Im September 2020 wurde eine wissenschaftliche Experimentalstudie des Umweltbundesamtes veröffentlicht. Sie zeigt dass an diesen Befürchtungen nichts dran ist. Infraschall könne zwar belästigend wirken, führe aber zu keinerlei körperlichen Reaktion.

Insgesamt 44 Personen wurden innerhalb von acht Stunden mit vier unterschiedlichen Infraschallgeräuschen für je 30 Minuten beschallt.. Der Schalldruck, also die Lautstärke, war dabei extrem hoch. Die Probanden wurden während der Versuche medizinisch überwacht. Dabei und danach seien Herzfrequenz, Blutdruck, Hirnrinden-Aktivität und Gleichgewichtswahrnehmung gemessen worden. „Dabei konnten keine statistisch signifikanten Veränderungen festgestellt werden, die auf Infraschall zurückzuführen gewesen wären“, Eine Langzeitstudie im Wohnumfeld soll 2021 folgen.

Solche Geräusche haben ganz natürliche Ursachen, wie Meeresrauschen oder Erdbeben. Doch es gibt auch menschengemachte Quellen: Autos, Flugzeuge, Kühlschränke oder eben Windkraftanlagen.

In der aktuellen Studie betrug der Schalldruck bei den Versuchen 105 Dezibel (dB), während von Windenergieanlagen in 50 Meter Entfernung lediglich 60 dB erzeugt werden. „Die Infraschallleistungen moderner Windkraftanlagen liegen tausendfach unterhalb der Werte der Studie“, sagte Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme in Berlin. .

„Während einer dreistündigen Autofahrt ist die Infraschallbelastung beispielsweise größer als wenn man sich 20 Jahre im Abstand von 300 Metern vor eine Windkraftanlage stellt“, erklärt der Ingenieurwissenschaftler.

In der „Faktensammlung“ der Windkraftgegner taucht der im Inneren von Autos zweifelsfrei messbare hohe Infraschall nicht auf. Zufall?

„Die Infraschallbelastung durch den Straßenverkehr ist deutlich größer als die der Windkraft. Wenn die Langzeitexposition aus Windenergieanlagen gesundheitliche Auswirkungen haben sollte, müssten diese durch den Straßenverkehr bereits massenhaft aufgetreten sein“ sagte Professor Quaschnig. „Unter dem Gesichtspunkt müssten wir über maximale Pkw-Nutzungszeiten oder gar ein Auto-Nutzungsverbot anstatt über Abstände zu Windkraftanlagen diskutieren.“

Fordern das die Windkraftgegner? Wir Grünen fordern zwar die Verkehrswende, aber so nicht.

Roßdorf nutzt die Umweltenergien vor allem durch die zwei Windräder. Laut Entega gab es viele Tage in 2020, wo 75% des Roßdörfer Strombedarfs von Erneuerbaren kam.  Löwenanteil Windenergie. Tausende Tonnen CO-2 wurden dadurch eingespart.

Alle Zahlen sind öffentlich abrufbar. Man muss sie nur lesen. Ohne Gedächtnisverlust.

Für die Grünen: Frieder Kaufmann mit dem Redaktionsteam

 

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