Wohnungsbau in Roßdorf: Kritischer Rückblick und Blick nach vorn

Die Roßdörfer Grünen haben einen Antrag der SPD, für zwei sehr herunter gekommene Gemeindehäuser eine Lösung zu finden, kritisch durchleuchtet und als gar nicht rühmlich für die SPD eingestuft. Trotzdem haben wir zugestimmt, weil er endlich aber zaghaft GRÜNE Vorschläge aufgreift.

Seit 2010 ist auf Antrag der GRÜNEN dokumentiert, wo die Gemeindewohnungen beim Energiepass liegen. Er liegt im Mittelwert bei 360, was tiefrot ist, Energievernichtung bedeutet und hohe Energiekosten für die Mieter bringt inklusive Klimabelastung.

Als heutiger Standard gilt 50 also sieben Mal weniger. Und die Zahl der Gemeindewohnungen sinkt ständig. Und es wird auch nur punktuell investiert. All diese Fakten sind öffentlich und nachlesbar.

Deshalb wollten die GRÜNEN im Februar 2018 die Sanierung des Wohnbestands angehen, finanziert aus Fördermitteln des Landes. Der Antrag wurde im Juni 2019 von der Regierungspartei SPD abgelehnt. Anderes war wichtiger.

2019 wurde die Gemeinde Mitglied bei der Genossenschaft GEWOBAU Pfungstadt Eine Idee war dass die GEWOBAU Pfungstadt die beiden Gebäude in der Egerländerstraße sanieren könnte. Das sind die, um die es bei dem heutigen SPD-Antrag geht. Damals gab es sogar einen Ortstermin mit der GEWOBAU.

Super, fanden wir, und beantragten aus neuen Landesmitteln ein Ausweichgebäude zu errichten, um die damals noch vorhandenen Mieter während der Sanierung unterzubringen. Dieser GRUENE sofort umsetzbare Lösungsvorschlag wurde von der Regierungspartei 2019 abgelehnt. Anderes war wichtiger.

Von der GEWOBAU hörte man seitdem nichts mehr, die Häuser wurden nicht saniert sondern immer leerer und taugen heute nur noch als Notwohnungen. Dass als einzige Lösung eine Entmietung realisiert wurde, ist ein Armutszeugnis, denn dadurch sank die Zahl der Gemeindewohnungen weiter. Ein unrühmliches Ende mit Ansage.

Noch schlimmer: Im Baugebiet Hinter der Goldkaute gehört der Gemeinde ein Grundstück, das für Geschoßwohnungsbau vorgesehen ist. Natürlich gab es Einwände aus der Bevölkerung. Statt sich damit auseinander zu setzen und im Parlament darüber zu beraten, wurde das Gebiet einfach aus dem Geltungsbereich des Bebauungsplans herausgenommen. Es war 2020 und Wahlkampfzeit.

Dass die SPD jetzt behauptet, dass es am Widerstand aus der Nachbarschaft gelegen habe der sehr groß sei, ist sehr unseriös. Nachbarn dürfen kritisch sein.

Die Wahrheit ist dass die Regierungspartei Angst davor hatte, bei der Kommunalwahl Stimmen zu verlieren. Das war ihr wichtiger als der bezahlbare Wohnbau. Deshalb kein Wohnungsbau, keine Beratung im Parlament, das Gelände liegt brach. Arme SPD.

Auch hier hatten die GRUENEN schon lange vorher kreative Ideen.

Wir schlugen vor sechs Jahren vor einen Tausch zu machen: Mehr Gewerbe in das Mischgebiet an der Goldkaute, und dafür mehr Wohnungsbau ins Münkel. Das hätte Akzeptanz bei den Nachbarn gebracht und mehr bezahlbaren Wohnraum im Münkel. Auch das wurde abgelehnt. Angeblich aus Zeitgründen. Das war vor 6 Jahren. Die Wohnungen könnten schon stehen.

Die SPD hat all diese Jahre in der obersten Verantwortung gestanden.

Wenn sie jetzt wo sie keine eigene Mehrheit mehr hat den Anschein erwecken möchte, als hätte sie etwas Neues entdeckt, ist das eher peinlich,

Denn in Wirklichkeit wurden in Roßdorf seit Jahrzehnten gute Ideen abgeblockt, der Bestand an bezahlbarem Wohnraum ist stark gesunken.  Die Energiekosten sind sieben Mal höher als heutiger Standard. Die Heizkostenabrechnung der Mieter wird heftig.

Die GRÜNEN Initiativen wurden aber immerhin mehrfach von der WIR-Fraktion unterstützt. Ein kleiner Lichtblick.

Soviel zur Vorgeschichte.

Aber:

Die GRÜNEN wollen bezahlbaren Wohnraum. Deshalb haben wir am 20.5.22 dem Schaufensterantrag der SPD zugestimmt. Denn hinter der leicht durchschaubaren Glasscheibe des Schaufensters steht endlich die halbe richtige Antwort auf ein lange weggeschobenes Problem. Allerdings auch die unrühmliche Vergangenheit.

Als zweite Hälfte sollte der Gemeindevorstand aber ein Gesamtkonzept entwickeln. Jede Wohnungsbaugenossenschaft dieser Welt wird auch die anderen Objekte einbeziehen. Aber keine Sorge: Die GRUENEN werden darauf achten, dass die Gemeindewohnungen nicht nur saniert werden sondern auch bezahlbar bleiben.

 Seit 30 Jahren ist Stillstand bei der sozialen Wohnungspolitik der Gemeinde Rossdorf.

Unsere beiden GRÜENEN im Gemeindevorstand werden dies einbringen. Und dann ist das Parlament ja wieder am Zug Und entscheidet über Investor und Gesamtkonzept. Nicht mehr in einem Schaufensterantrag.

Für die GRÜNEN: Frieder Kaufmann mit dem Redaktionsteam

 

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