Gashahn zu? Was heißt das für Roßdorf?

Es gibt keine verlässlichen Statistiken, mit welchen Energiearten in der Gemeinde Roßdorf Wärmeenergie für Heizung und Warmwasser erzeugt wird. Erdgas? Erdöl? Erneuerbare?

In den Großstädten geht der Trend zu Gasheizungen. Im ländlichen Bereich sind Ölheizungen immer noch deutlich stärker vertreten. Wo Roßdorf hin gehört, weiß niemand. Aber wenn man sich die Zahl der Öltankfahrzeuge ansieht, die derzeit durch die Gemeinde kurven, scheinen wir noch eher „ländlich“ zu sein.

Beide fossilen Energiequellen sind zu Recht auf einem absteigenden Ast. Mit ihnen ist kein Klimaschutz zu erreichen. Das geht nur mit einem vollständigen Umstieg auf Erneuerbare.

Das kostet aber nicht nur Geld sondern auch Zeit. Jetzt kommt der Krieg in der Ukraine hinzu, mit völlig unvorhersehbaren Auswirkungen.

Das Titelbild stammt von der Montage eines der Windräder auf dem Tannenkopf. Der Ausbau der „Erneuerbaren“ hilft uns gegen russische Oligarchen und Energiemultis und macht der Klimawende den Weg frei für Energie ohne Kohle, Gas Öl und Atom.

Wir begrüßen es sehr, dass der zuständige GRÜNE Minister mit dem 600 Seiten schweren „Osterpaket“ bis 2030 auf 80% Erneuerbare Energie kommen will.um sowohl die Versorgung sicher zu stellen als auch den immer schnelleren Klimawandel noch zu stoppen.

Auch das Land regelt jetzt per Gesetz dass „erneuerbare Energien im öffentlichen Interesse liegen und der öffentlichen Sicherheit dienen. Das vereinfacht die Genehmigungsverfahren.“

In Roßdorf müssen wir nicht bis 2030 warten, um etwas zu tun. Denn wir können als ersten gar nicht unbedeutenden kleinen Schritt unseren Verbrauch verändern. Das wirkt sofort.

„Wir sollten das Sparen als Training betrachten. Was wir als Abweichung von der Normalität erfahren, ist nämlich die neue Normalität“ schieb Markus Decker in der Frankfurter Rundschau.

Hier mal der Bereich Wärmeerzeugung, der der größte Brocken beim Energieverbrauch ist, und bei dem Klimaziele noch weit verfehlt werden.

 Die Tipps im Überblick:

  1. Raumtemperatur tagsüber so weit wie möglich senken
  2. Raumtemperatur nachts auf 16 bis 18 Grad senken
  3. Beim Verlassen der Räume Heizung auf Stufe 1 stellen
  4. Lieber Stoß- statt Kipplüften
  5. Smarte Thermostate nutzen
  6. Bei Durchlauferhitzern Temperatur senken
  7. Warmwasserzeit über Timer reduzieren
  8. Heizungsrohre verkleiden
  9. Auf LED-Beleuchtung umstellen
  • Stromfresser reduzieren oder stilllegen

Auf drei dieser Empfehlungen wollen wir genauer eingehen:

Auch beim Warmwasser lässt sich sparen. Falls ein Untertischspeicher oder ein Durchlauferhitzer betrieben wird, ist hierbei die erste Stellschraube die Temperatur: 45 bis 50 Grad für das Händewaschen oder Duschen reichen aus. Am besten die Temperatur auswählen, die als gerade noch ausreichend empfunden wird.

In einigen Haushalten verlaufen im Keller noch ungedämmte Heizungsrohre. So heizt Warmwasser Räume, die nicht geheizt werden müssen. Dämmungen kosten je nach Stärke ab etwa einem Euro pro Meter und lassen sich einfach selbst verlegen. Anleitungen hierzu, so genannte Tutorials, gibt es im Internet.

Und weil Strom auch aus Gas produziert wird, rechnen sich Investitionen in LED-Lampen nicht nur bei der Stromrechnung, sondern sparen auch Gas. Bei einer Gesamtbetriebsdauer von 20.000 Stunden spart eine LED-Lampe mit 11 Watt im Vergleich zu einer 42 Watt Halogenlampe rund 620 Kilowattstunden oder rund 200 Euro. Ansonsten gilt es, Stromfresser zu drosseln: Standby-Funktionen ausschalten, auf den Betrieb des Wäschetrockners möglichst verzichten und Zweit-Tiefkühltruhen stilllegen.

Was an dieser Aufzählung neu ist: Auch Stromsparen spart Gasverbrauch. Und ganz nebenbei auch noch Geld.

Für die Grünen: Frieder Kaufmann mit dem Redaktionsteam

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