Ganz klar: Der „OBB Griesheim“. Kennen Sie nicht? Dahinter verbirgt sich die gemeinsame Polizeiorganisation, mit der in den Städten Griesheim, Ober-Ramstadt und der Gemeinde Roßdorf die Verkehrsüberwachung durchgeführt wird.
Dieser gemeinsame Polizeibezirk hat zwei mobile Messanlagen, die entweder aus dem Fahrzeug oder auch mittels Stativ betrieben werden können. Aber eine Radarpistole hat er nicht.
Woher wir das wissen? Weil wir aufgrund der Verkehrssituation in Gundernhausens Bruchwiesenstraße die Fragen der genervten Anwohner:innen aufgenommen und um eine offizielle Antwort gebeten hatten. Die haben wir am 5.11.21 erhalten.
Theoretisch dürfte das Stativ mit dem Messgerät sogar aus einer privaten Einfahrt heraus betrieben werden können. Der Erlass, in dem Details dazu geregelt sind, schreibt aber einen Mindestabstand von 100 Metern zwischen Messstation und Verkehrsschild „Tempo 30“ vor. Laut Google-Maps sind das von der Einfahrt aus aber nur 45 Meter. Mit dieser Begründung hat der „OBB Griesheim“ das Angebot der Nachbarn abgelehnt, die eine Messung befürworten.
Zieht man (auch mit Google-Maps) aber eine gerade Linie vom Gehweg in der Nordhäuserstraße neben der Katholischen Kirche, sind es bis zum Schild an der Kreuzung Goethestraße / Friedhofstraße/ Bruchwiesenstraße 106 Meter. Vielleicht sollte die Ordnungsbehörde das mal ausprobieren.
Denn die 100 Meter werden sehr gern genutzt, um mal richtig aufzudrehen und dann mit Schwung in die Nordhäuserstraße abzubiegen.
Unsere Nachfrage, ob eine ortsfeste Blitzersäule auf einem von Privatleuten an die Gemeinde abgetretenen Grundstückseck installiert werden könnte, wurde von der Bürgermeisterin klar abgelehnt. Dazu reiche das Verkehrsaufkommen im Verhältnis zum enormen Aufwand nicht aus.
Einziger Lichtblick: an der engsten Stelle, wo illegale LKW schon öfter die Regenrinne am Haus abgerissen haben, wurde am 5.11.21 versprochen, am Dachüberstand Leitbaken und auf dem Gehweg kleinere Kunststoffabweiser anzubringen. Am 5.12.21 waren letztere noch nicht da.
Für die GRÜNEN: Frieder Kaufmann mit dem Redaktionsteam

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