Der Roßdörfer Ortsverband der Grünen hatte für den 24.10.20 zu einer Waldbegehung eingeladen und viele waren da. Alle Corona-Regeln wurden eingehalten. Wie wir Grüne und viele Naturschutzorganisationen immer wieder betonen:
Die Klimakrise macht keine Corona-Pause. Daher müssen wir alle etwas tun. Darum ging es.
Unter fachkundiger Leitung von Klaus Berger frischten wir zunächst unser Schulwissen, u.a. zur Photosynthese auf: Mit Hilfe von Sonnenlicht wandeln Bäume Kohlendioxid und Wasser in Zucker und Sauerstoff um. Lediglich ein paar Mineralstoffe benötigen sie weiterhin für ihren Stoffwechsel und können so Biomasse bilden.
Der Wald ist aber mehr als ein für das Umweltgewissen bequemer Einlagerer von Kohlendioxid das die Menschen in ungeheurer Menge freisetzen.
Er ist ein komplexes Ökosystem. Wer den Wald nur als Auffang für den menschengemachten Klimawandel sieht, hat die Verbindung zur Natur verloren, zumindest emotional. Diesen Verlust betonte Klaus Berger immer wieder. Hand in Hand mit dem Klimawandel und dem Raubbau an den globalen Waldsystemen geht auch das Artensterben einher. Vergleichbar mit dem der Dinosaurier, Er verglich das Ökosystem Wald oft mit einem kranken Kind, für dessen Genesung wir alles tun sollten, Mit emotionaler Verbindung wäre das gar keine Frage.
Das Titelbild zeigt wie Klaus Berger an immer neuen Beispielen darstellte, dass der Wald ein komplexes Ökosystem ist. Das gilt global.
Dafür war der Rundgang sehr hilfreich. Wir suchten und fanden Spuren des Waldlebens. Ein schwarzer Haufen, in dem es kribbelte und krabbelte war unserem jüngsten Teilnehmer aufgefallen. „Eklig, aber gut“ meinte er. Denn hier hatten Tiere die Hinterlassenschaften anderer Tiere umgewandelt.
Beim Gang durch den Wald lernten wir die Schäden an den Bäumen sehr gut von dem herbstlichen Blattabwurf zu unterscheiden.
Erschreckend, dass wahrscheinlich hundertjährige Buchen in den Kronen vertrocknet sind und um das Überleben kämpfen.
Klaus Berger lenkte unseren Blick aber auf die globalen Veränderungen im Ökosystem Wald.
„Alle zwei Sekunden wird weltweit ein Fußballfeld gerodet.“ Das hat Greenpeace plastisch dargestellt.
Alle zwei Sekunden, Tag und Nacht, an 365 Tagen im Jahr. Und warum?
Es werden Plantagen für Palmöl angelegt, welches in viel zu vielen Verbrauchsprodukten auch in Deutschland verwendet wird. Es werden Rohstoffe für das im Auto verbrannte Bioethanol angebaut. Auf ehemaligen Urwaldflächen wird gentechnisch verändertes Soja als Futtermittel für die Schlachtindustrie[ erzeugt, damit unser europäisches Fleisch schön billig ist. Wenigstens darf für menschliche Nahrung hier nur gentechnisch unverändertes Soja verwendet werden, das meist aus Deutschland und Österreich stammt.
Man muss die globalen Zusammenhänge sehen, mahnte Klaus Berger.
„Das wichtigste ist, die noch vorhandenen Wälder weltweit zu erhalten“ meinte Klaus Berger. Sie haben die höchste Artenvielfalt.
Am besten geht so eine Bewusstseinsveränderung durch persönliche Aktivität.
Aktionen wie die „Einheitsbuddelaktion“ am 3.10.20 sind supergut. Noch besser ist es Kindern die Zusammenhänge durch persönliches Erleben nahe zu bringen. Unser jüngster Teilnehmer war auch nach dreieinhalb Stunden putzmunter. Nur die Füße taten weh.
Für die Grünen: Frieder Kaufmann mit dem Redaktionsteam

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