Bauen und Wohnen in der Gemeinde Roßdorf im Einklang mit der Umwelt

Ein zentraler Baustein des Wahlprogramms der Grünen für 2021 ist die ökologische und soziale Baupolitik   (Bildquelle Freepik)

Das Thema Bauen und Wohnen begleitet uns im alltäglichen Leben. Jetzt in Corona Zeiten arbeiten wir oft dort, wo wir sonst essen, fernsehen oder mit den Kindern spielen – kurz: leben. Eine ausreichend große Wohnung bedeutet hier sehr viel Lebensqualität.

Leider können sich viele Menschen aufgrund der steigenden Mieten keine angemessene Wohnung mehr leisten.

Die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum (u.a. durch die Gemeinde) ist daher eine unter vielen Forderungen in unserem Wahlprogramm, für die wir uns mit voller Energie einsetzen.

Wir fordern auch, dass Neubauten klimaneutral errichtet werden.

Hierbei muss vermehrt auf nachwachsende und klimapositive Baustoffe gesetzt werden. Gebäude in reiner Stahlbetonbauweise müssen der Vergangenheit angehören. Ein kleiner Vergleich: Wäre die Zementindustrie ein Staat, hätte dieser die dritthöchsten Emissionen weltweit (Quelle: https://www.chemietechnik.de/klimabilanz-der-zementindustrie/).

Im Bereich Bauen muss sich also einiges ändern. Aus diesem Grund möchten wir ein kostenloses und unabhängiges Beratungsangebot schaffen, am besten über eine unparteiische zusätzliche Beratungsstelle in der Gemeindeverwaltung. Dort soll es z.B  unabhängige Informationen über nachhaltiges Bauen, regenerative Energieerzeugung, umweltpositives Sanieren geben.

Weiterhin sollen Umweltaspekte in Bebauungsplänen zu finden sein, nicht nur vereinzelte Ergänzungen von Bebauungsplänen.

Daher fordern wir einen zukunftsorientierten städtebaulichen Entwurf für Roßdorf und Gundernhausen. Denn nur durch einen übergeordneten städtebaulichen Entwurf können bauliche Strukturen sinnvoll erweitert werden. Hierbei müssen die einzelnen gewachsenen Strukturen genauso berücksichtigt werden, wie Planungen, die in der Zukunft vorangetrieben werden sollen, also die Möglichkeiten der innerörtlichen Weiterentwicklung.

Wir möchten lebendige Ortskerne befördern, damit aus unserem Roßdorf nicht langsam eine Schlafstadt wird.

Durch das Erstellen und Umsetzen eines solchen Entwurfs wird das Zusammenleben gefördert, öffentliche Plätze erweitert und belebt. Außerdem können Stärken und Schwächen der verschiedenen Quartiere aufgezeigt, Schwachstellen effizient angegangen und positive Eigenschaften verstärkt und auf andere Quartiere übertragen werden.

Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die zukunftsfähige Weiterentwicklung von (Wohn-)Bebauungen, Verkehrswegen, Infrastrukturen und öffentlichen Bereichen gelegt.

Ein solcher Entwurf trägt mit der konsequenten Umsetzung zudem dazu bei, dass weniger wichtige Naturflächen versiegelt werden. Denn der größte Flächenverbrauch von Wald- Agrar- und anderen für das Ökosystem wichtigen Naturflächen geschieht durch Neubaugebiete.

Deswegen setzen die Grünen sich für eine innerörtliche Nachverdichtung ein. Hierbei ist Rücksichtnahme auf die bestehenden baulichen Strukturen unabdingbar.

Besonders wichtig ist, dass auch auf die AnwohnerInnen Rücksicht genommen wird. . Vorhabenbezogene Bebauungspläne, die sich nur auf ein einzelnes Grundstück beziehen, darf es nicht mehr geben.

Man muss die Nachbarschaft einbeziehen, damit auch sie von der Nachverdichtung profitiert.

Zudem verurteilen wir jeglichen Leerstand im gemeindeeigenen Gebäudebestand.

Diese Gebäude müssen entweder dem sozialen und kostengünstigen Miet- Wohnungsmarkt zugeführt werden oder örtlichen Strukturen zur Nutzung freigegeben werden.

Denn Leerstand ist ökologisch, ökonomisch und sozial untragbar.

Für  die Grünen: Erik Slabon mit Redaktionsteam und Programmkommission

 

 

 

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