Unter dem Titel „Die Welt ist voller Möglichkeiten“ wollen wir Themen aufgreifen, wie jeder Einzelne hier in Roßdorf etwas für die Umwelt und das Klima beitragen kann:
Diesmal zum Thema Fliegen
Fliegen ist klimaschädlich. Das weiß mittlerweile jeder, denn beim Fliegen wird in kurzer Zeit sehr viel CO2 produziert. Ein Flug in den Urlaub nach Australien verursacht ca. 11 Tonnen CO2, also ungefähr soviel, wie der Durchschnittsdeutsche in einem Jahr verursacht (11,6 T). Und auch kurze Strecken innerhalb eines Landes verursachen mit dem Flugzeug wesentlich mehr CO2 Emissionen als mit dem Zug. Auf der Strecke von Frankfurt nach Berlin produziert man bei jeweils mittlerer Auslastung pro Person mit dem Zug nur 15kg, mit dem Flugzeug aber 105kg CO2. Das ist sieben Mal soviel! Sogar mit dem Auto und rechnerischen 1,5 Personen wären es mit 60kg deutlich weniger CO2 als beim Fliegen [ecopassenger.org]. Und auch zeitlich ist der Unterschied von Tür zu Tür erstaunlich klein. Wer die Bahn statt dem Flugzeug nimmt nutzt Elektroenergie, bei Fernzügen sogar Ökostrom
Ist das Auto vollbesetzt, ist es für den Weg in den Urlaub aber auch eine klimafreundlichere Alternative als Flugreisen.
Die Fluggesellschaften sind natürlich daran interessiert, dass die Leute weiterhin das Flugzeug nutzen. EasyJet bietet daher seit November letzten Jahres „klimaneutrales Fliegen“ an, welches sich im Ticketpreis kaum äußert. Sieht man sicht die Details an, merkt man schnell warum. Zum einen berechnet easyJet nur das durch das Kerosin entstehende CO2, und vernachlässigt die weiteren Treibhausgase, die die klimaschädliche Wirkung des reinen CO2 verdoppeln bis verdreifachen. Zum anderen will Easyjet das so berechnete CO2 nur mit 3,50 Euro pro Tonne ausgleichen. Das ist sehr wenig. Bei atmosfair, einem Kompensationsanbieter mit Goldstatus, erfordert die Kompensation 23 Euro. Da drängt sich der Verdacht des Greenwashings auf. Wenn sich das Fliegen also nicht vermeiden lässt, dann sollte man seinen Flug bei zertifizierten Kompensationsanbietern selbst kompensieren, und nicht der Fluggesellschaft vertrauen.
Nicht zu fliegen ist also der beste Klimaschutz. So weitermachen wie bisher und auf klimafreundliche Flugtechnologien zu hoffen, ist die schlechteste Möglichkeit. Und auch wenn die Bilder aus Australien den Wunsch wecken zu helfen: Deshalb dorthin zu fliegen ist klimatechnischer Irrsinn. Mit einem klimafreundlichen Lebensstil, der u.a. das Fliegen vermeidet hilft man den Tieren und der Natur Australiens dauerhaft mehr.
Für die Grünen: Frieder Kaufmann und Katrin Rose
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