In der letzten Sitzung des Parlaments wurde ein Bebauungsplan für ein Grundstück in der Ringstraße in Roßdorf eingebracht. Auf dem 1.300m² großen Grundstück sollen beinahe doppelt so viele Wohneinheiten entstehen, wie in einer „ländlich geprägten Gemeinde“ üblich sind. Hier ist eine genauere Betrachtung angebracht: Die schon an sich hohe Gebäude-Obergrenze von 12 Metern (vergleichbar mit der Rehbergschule) wird aufgrund des natürlichen Gefälles am untersten Punkt des Grundstücks sogar zu 14 Metern Gesamthöhe.
Insgesamt sollen hier drei Vollgeschosse erlaubt werden, obwohl im bestehenden Umfeld nur zwei Vollgeschosse üblich sind – ausgenommen das „Hochhaus“ an der Wilhelm-Leuschnerstraße und das neue Nachbargebäude. Die Präzedenzfälle sind somit geschaffen. Mit Hilfe der Gemeinde entsteht neues Baurecht, das sich uferlos ausbreiten und den Investoren zu Gute kommen wird. Wenn an dieser Stelle ein dritter Wohnblock mit drei Vollgeschossen dazu kommt, sind alle Schranken eingerissen.
Annette Rückert (SPD) hat dies leider ausdrücklich begrüßt: „Das ist Roßdorfs Zukunft.“ Das sehen wir anders! Grundsätzlich sind auch die Grünen für Verdichtung im Ort, das ist besser als Neubauten und weiterer Flächenverbrauch am Ortsrand – aber bitte alles in Maßen, die idealerweise von der Gemeinde in einem Bebauungsplan festgelegt werden. Die Grünen haben auch hier sehr klare Vorstellungen: Zwei Vollgeschosse sind in Ordnung, sollten aber auch die Obergrenze sein. Eine Gesamtgebäudehöhe von 11,5 Metern (gemessen ab Kanaldeckel in der Straßenmitte) ist auch noch sinnvoll, ebenso eine Nutzung des Dachgeschosses als Wohnung.
Viele Gebäude werden in den nächsten Jahren die Besitzer wechseln. Investoren bieten horrende Grundstückspreise, um dann riesige Bauklötze darauf zu stellen, das wollen wir nicht unterstützen. Wir setzen auf harmonische Verdichtung statt höchstbietender Spekulation.
Roßdorf ist eben nicht „Roßstadt“ und so soll es bitte auch zukünftig bleiben! Eine innerörtliche Verdichtung ist sinnvoll, hierfür gibt es noch genügend Freiräume die harmonisch genutzt werden können. Solche klotzigen Bauvorhaben wie in der Wilhelm-Leuschner- und der Ringstraße sind keine Zukunft für Roßdorf. Investoren und Spekulanten können von der Gemeinde ausgebremst werden. Die Grünen positionieren sich hier ganz klar und bringen konstruktive Vorschläge für einen verträglichen Mittelweg ein, die hoffentlich von der Gemeinde aufgenommen werden.
Für die Grünen: Stefan Eichelhardt
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