Integration ist in Deutschland schon oft gelungen. Niemals einfach, aber oft erfolgreich. In Roßdorf und Gundernhausen gibt es ganze Wohngebiete, in denen Menschen leben, die als Vertriebene und Flüchtlinge nach dem Krieg, als Gastarbeiter aus ganz anderen Kulturkreisen, als Flüchtlinge aus dem Balkankrieg, als Aussiedler aus der aufgelösten Sowjetunion kamen.
Diese Integration hat geklappt, aber einfach war das nicht.
Heute fragen sich manche Roßdörfer: wie soll die Integration von Menschen gelingen, die aus Bürgerkriegsländern in Asien oder Afrika kommen?
Die Grüne Antwort ist immer: Sprache, gesellschaftliche Bildung, Arbeit!
Gerade die erzwungene Untätigkeit belastet die Menschen.
Der Hessische Landtag hat am 15.9.16 auf der Basis eines Bundesgesetzes ein ganz großes Hemmnis bei der Suche nach Arbeit aus dem Weg geräumt: Die „Vorrangprüfung“. Jetzt müssen Flüchtlinge nur noch 3 und nicht mehr 15 Monate warten, bis sie einen Job finden dürfen. Für die Abschaffung stimmten CDU, Grüne, SPD, Linke und FDP. Sehr seltene Übereinstimmung. „Es ist eine uralte Forderung von uns GRÜNEN, diese bürokratische Nachweispflicht zu streichen, die bisher viele arbeitswillige Flüchtlinge von Jobs fernhielt.“ sagte Marcus Bocklet, integrationspolitischer Sprecher der Grünen. Die Arbeitsagenturen mussten umständlich prüfen, ob für einen Arbeitsplatz auch ein Deutscher oder Bewerber aus einem EU-Land in Frage kommen könnte. Das half keinem hier Wohnenden, verdammte aber die Flüchtlinge zur Untätigkeit, obwohl sie hoch motiviert sind sich einzubringen
In der Debatte sah Tarek Al Wazir darin eine Entscheidung von historischem Ausmaß: „Die Vorrangprüfung hat fast 100 Jahre im deutschen Arbeitsrecht gestanden“ Und der FDP-Mann Rock lobte die Grünen, weil sie eine „große Bremse bei der Integration in den Arbeitsmarkt abgeschafft“ hätten. Ganz seltene Übereinstimmung.
Das betrifft auch die neu in Roßdorf ankommenden Flüchtlinge, z.B. Im Flüchtlingsheim Zahlwaldhalle (Bild)
Es gibt noch mehr konkrete Integrationsprojekte nicht nur für Flüchtlinge
„Wirtschaft integriert “ ist ein Gemeinschaftsprojekt des hessischen Wirtschaftsministeriums, der Bundesagentur für Arbeit, des Handwerkstags, der Industrie- und Handelskammern und des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft. Das Land stellt dafür elf Millionen Euro bereit. „Wir wollen eine nahtlose Förderkette von der Berufsorientierung bis zum Berufsabschluss sicherstellen – nicht nur für kürzlich angekommene Flüchtlinge, auch für junge Deutsche mit Migrationshintergrund und Zuwanderer aus EU-Ländern Auch noch nicht anerkannte Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive sowie geduldete junge Menschen können teilnehmen.“ sagte Bocklet.
Für die Grünen: Frieder Kaufmann

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