Ja zur Sporthalle –
Nein zur Verlegung des Spielplatzes zwischen Ringstraße und Riedsbach (17.02.2002)
Die kommende Sitzung der Gemeindevertretung hat ein zentrales Thema: Die Beauftragung zum Bau der neuen Roßdörfer Sporthalle. Viele Monate hat eine gesondert eingerichtete Kommission aus Gemeindevertretern und Fachleuten aus Sport und Bauwesen sich mit dem Thema Sporthalle befasst und nun dem Gemeindevorstand eine Empfehlung zum Standort und zur Bauweise ausgesprochen. Die Roßdörfer Grünen werden zu ihrem Wort stehen und den Neubau der neuen Halle befürworten. Wir werden jedoch wie vor zwei Jahren auf eine Bedingung unsererseits aufmerksam machen:
Die Kosten für die neue Sporthalle dürfen nicht zu Lasten anderer Vereine und Institutionen gehen. Geld für die Sportförderung ja – Streichungen bei Kindergärten, Sozialen Einrichtungen, Natur und Umwelt – dazu darf es nicht kommen. Auch Überlegungen aus dem Rathaus, mittelfristig die alte Turnhalle in der Schulgasse aufzugeben und als Bauland zu verkaufen, werden von den Grünen scharf abgelehnt. Die Grünen erwarten vom Gemeindevorstand bei der Vorlage des nächsten Haushaltsplanes, dass nicht über die hohen Ausgaben gejammert wird und kein allgemeines Streichkonzert veranstaltet wird.
Es gibt aber noch ein zweites interessantes Thema: die Verlegung des Spielplatzes zwischen Ringstraße und Riedsbach. In der vorigen Sitzung hatte die Mehrheit des Parlamentes gegen den Widerstand der Grünen die Umwandlung dieses Spielplatzes zu Bauland beschlossen. Besonders zornig waren wir, weil in einer Vorlage gleich ein halbes Dutzend bedeutende Änderungen im Flächennutzungsplan (Mischgebiet vor der AWO, neues Gewerbegebiet Richtung Groß-Zimmern, Baugebiet bei der Krugsmühle etc.) abgestimmt wurde, ohne dafür eine Begründung zu liefern. Inzwischen ist wohl auch der SPD aufgefallen, dass man nicht einfach einen Spielplatz ersatzlos streichen kann. Die SPD fordert nun in einem Antrag die Neuschaffung eines Spielplatzes im Bereich der heutigen Kleingärten am Schwimmbad. Diese Kleingärten sollen ohnehin zugunsten von Wohnbebauung verschwinden.
Wir Grünen sagen „Nein“! Wozu einen bestens funktionierenden Spielplatz aufgeben? Wenn der neue Spielplatz genauso groß und schön werden soll, dann kostet er auch genauso viel Geld im Erwerb und im Unterhalt. Nachteil 1: die Bäume brauchen auf einem neuen Spielplatz viele Jahre, bis sie Schatten spenden. Nachteil 2: der neue Spielplatz wird mit Sicherheit keinen Bach haben. Und noch eins – die Kleingärten, welche einem neuen Baugebiet nebst Kinderspielplatz geopfert werden sollen, sind im kürzlich verabschiedeten Landschaftsplan als „erhaltenswert“ eingestuft worden. Wer den Landschaftsplan ernst nimmt, darf dort ohnehin nicht bauen. Welchen Grund gibt es also für eine Verlegung, wer hatte die Idee dazu? Bisher wurde weder vom Gemeindevorstand noch von der SPD eine Begründung vorgebracht. Die Vertreter der Grünen warten gespannt auf die kommende Sitzung – vielleicht ist mittlerweile ein überzeugendes Argument aufgetaucht…
Robert Ahrnt – Die Grünen Roßdorf/Gundernhausen
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