„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Ruhe klaut“
10.000 Menschen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet sind am Samstag dem Aufruf gefolgt, um gegen die Folgen des Flughafenausbaus zu demonstrieren. Im Terminal 1 waren ganze Ortschaftsdelegationen versammelt, vor allem aus dem Gebiet der neuen Einflugschneisen. Der Landrat des Kreises Groß-Gerau war einer der Hauptredner. Auch eine Delegation der Roßdörfer Grünen war dabei.
Die Verlärmung des Rhein-Main-Gebiets wird in Roßdorf noch stärker als bisher ankommen:
Wenn die Zahl der Flüge wie geplant drastisch
ansteigt
Wenn die Starts wie geplant noch stärker als bisher über die Startbahn West abgewickelt werden, deren „Lärmkeule“ derzeit kurz vor Gundernhausen „endet“, aber schon in wenigen Jahren bis nach Groß-Zimmern reichen wird. Wie laut die Maschinen heute schon sind, erfahren wir täglich. Die Zahl der Überflüge wird durch den Ausbau drastisch steigen.
Wenn das derzeit einstweilig angeordnete Nachtflugverbot von den Richtern in Leipzig aufgehoben und dem Antrag der Landesregierung nachgegeben wird, wird die „Nachtruhe“ nur noch auf dem Papier stehen.
Es reicht nicht, sich auf die Leipziger Richter zu verlassen. Eine Berliner Bürgerinitiative berichtete, dass diese Richter gerade eine Nachtruhe von 5 Stunden für die Anwohner rund um den Berliner Flughafen für ausreichend und rechtens beurteilt haben.
Wir Menschen in der Region müssen zeigen: die Belastungsgrenze ist überschritten. Es wird in den nächsten Wochen darauf ankommen, dass der Protest nicht nachlässt, sondern weiter wächst.
Die Montagsdemos im Terminal 1 finden weiter statt.
Die Grünen im Landtag haben einen 12-Punkteplan aufgestellt, der neben 7 ganz konkreten Vorschlägen für Lärmminderung beim Landeanflug und Start auch eine absolute Obergrenze für Flugbewegungen und Lärmbelastung fordert. Zentraler Punkt ist die Forderung nach Einhaltung der Nachtruhe in der „gesetzlichen Nacht“, also von 22 bis 6 Uhr.
Mehr Infos: www.gruene-hessen.de/dossiers/Fluglaerm/
verfasst von Frieder Kaufmann
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