Das Bild stammt vom 10.11.2023. Das näher am Weg stehende und vom Landkreis errichtete Containerdorf (Richtung Sportplatz) ersetzt die abgebrannten Container. Leider wieder durch Uraltcontainer.
Auf dem Gelände neben der Zahlwaldhalle sind die abgebrannten Container weg geräumt, und durch genauso alte enge und sehr wenig menschenfreundliche Container ersetzt worden. Einer stand sogar mal auf dem Gelände der FRAPORT (Flughafen Frankfurt) was man am Türschild sehen kann. Sie können niemals eine Dauerlösung sein.
Wohnungsbau ist keine Kernaufgabe der Gemeinde, heißt es öfter. Das stimmt aber nur zur Hälfte.
Denn jeder Mensch, der sich im Rathaus als obdachlos meldet, muss von der Gemeinde zwingend untergebracht werden. Im Hessischen Sozialgesetz heißt das so:1 Satz 2 HSOG regelt, dass grundsätzlich die Verwaltungsbehörde der Gemeinde, in der sich der Obdachlose aufhält und mit der Bitte um Unterbringung an die Gemeinde wendet, zuständig ist.
Das gilt nicht nur für Menschen, die ihre Wohnung durch Kündigung verloren haben und auf der Straße stehen, oder in krankmachenden Umständen leben und das nicht mehr aushalten, sondern auch für Flüchtlinge.
Zuständig ist der Kreis? Falsch. Denn eigentlich sind nach dem bundesweit gültigen Verteilungsplan letztlich die einzelnen Gemeinden für die Unterbringung von Geflüchteten zuständig.
Die Gemeinden im Landkreis können froh und dankbar sein, dass der Landkreis diese Arbeit übernommen hat (und sich natürlich über die Kreisumlage bezahlen lässt). Allerdings hat der Kreis öffentlich angekündigt, die Kommunen mehr in die Verantwortung zu nehmen.
Aber eigentlich ist es zu kurz gedacht, wenn man bei „Unterbringung“ nur an Geflüchtete denkt. Denn das Kernproblem ist, dass wir in ganz Roßdorf kaum bezahlbare Wohnungen haben. Die letzte Sozialwohnung wurde vor Jahrzehnten gebaut. Mehrere große Gemeindehäuser stehen weitestgehend leer, weil sie schlicht unbewohnbar sind.
Man muss das Wohnungsthema ganzheitlich angehen, also für alle Menschen, die eine bezahlbare Wohnung brauchen.
Hier gab es in Roßdorf schon mehrere Anläufe, auch die GRÜNEN hatten sich dazu eingebracht. Umgesetzt wurde sehr wenig. Das geplante Baugebiet für Geschoßwohnungsbau an der Erbacher Straße liegt seit der Kommunalwahl auf Eis. Im „Münkel“ wurde viel weniger Geschoßwohnungsbau eingeplant als möglich gewesen wäre (der GRÜNE Vorschlag wurde damals abgelehnt).
Manche anderen Gemeinden denken da langfristiger.
Denn wenn man heute gute Übergangswohnungen in im Ort integrierter Lage schafft, können daraus übermorgen gute Sozialwohnungen werden, sozusagen eine Zweitnutzung für Alle. Nämlich dann, wenn die Flüchtlinge möglichst bald in Brot und Arbeit sind, sie eigene Wohnungen bezahlen können.
Dezentrale Flüchtlingsunterkünfte wie jetzt an der Zahlwaldhalle sind besser als nichts. Nachteil: Zu groß, zu weit weg, nicht integrationsfähig, nicht für spätere Nutzung geeignet. Schlicht: Ein Provisorium das nicht lange hält und keine dauerhafte Nachnutzung erlaubt.
Besser wäre eine Integration der heutigen Flüchtlinge im Ort mit der Perspektive, den neu geschaffenen Wohnraum für Sozialwohnungen später dauerhaft zu verwenden.
Konfliktfrei wird das sicher nicht. Ist aber eine Zukunftsaufgabe für alle Menschen in Roßdorf.
Für die GRÜNEN: Frieder Kaufmann mit dem Redaktionsteam

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