Der „Golfstrom“ sorgt bei uns für vergleichbar mildes Klima. Er schwächt sich bereits ab, weil der Atlantische Ozean immer wärmer wird. Noch bleibt Zeit zum Gegensteuern.
Es war schon schwere Kost, die sich die Roßdörfer GRÜNEN am 7.7.26 anhörten. Professor Rahmstorf, Physiker und Ozeanologe und wissenschaftlicher Berater der Bundesregierung stellte die neuesten internationalen Studien zum Treibhauseffekt vor. Es ging um die einfache Frage „wird der Golfstrom kippen, und wieviel Zeit ist es noch zum Umsteuern?“ Wir wollten erfahren, was wir in Roßdorf tun können, und ob „die Politik“ sich wirklich so viel Zeit für Klimaschutzmaßnahmen lassen kann, wie es derzeit aussieht.
Prof Rahmstorf zeigte die Antwort in einer banalen Gegenfrage: „Würden Sie sich in ein Flugzeug setzen, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 3% abstürzt?“ Sicher nicht. Alle weltweiten Klimagutachten sehen aber eine Wahrscheinlichkeit von mindestens 25%, dass der atlantische Kreislaufstrom, dessen kleinster aber für uns wichtigster Teil der Golfstrom ist, schon in 30 Jahren den unumkehrbaren Kipppunkt überschreitet.
Das ist der Absturz aus dem Bild von Prof. Rahmstorf. Und noch die optimistischste Annahme der Wissenschaftler. Aus der Erdgeschichte weiß man, dass es mindestens 1000 Jahre gedauert hat, bis sich solche globalen Strömungen wieder in Gang setzten.
Das Video des Vortrags finden Sie auf dem YouTube-Kanal der Veranstalterin „Europe Calling“ unter 266 Rahmstorf ( https://www.youtube.com/live/hzFQgxsRabU )
Mit so einem engen Zeitfenster hatten die Wissenschaftler und wir politisch Aktive bisher nicht gerechnet. Es ist nicht mehr „Alle Zeit der Welt“ um wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Für uns in Roßdorf ist das Naheliegendste die Stromerzeugung aus Umweltenergie statt fossiler Quellen. Die neuen Windräder wurden vor über 2 Jahren beschlossen und könnten schon im Bau sein. Der Windradbetreiber EnBW aus Stuttgart ist noch weiter: Er hat direkt an Windrädern große Batteriespeicher in Betrieb genommen, die das dezentrale Stromnetz stabilisieren. Die Lösungen sind da, sie brauchen keinen Verzicht, nur den Willen zu handeln. Deshalb hat uns der Bericht erst mal erschüttert, aber dann darin bestärkt alles was möglich ist, jetzt anzugehen.
Der Klimawandel bringt nicht nur Hitzewellen am Land, sondern eine Erwärmung der Ozeane mit rasantem Abschmelzen der Eismassen in Arktis und Antarktis. Und dadurch den Stillstand der atlantischen Strömung mit unumkehrbarem Beginn schon in diesem Jahrhundert.
Genau diesen Zusammenhang erläuterte Prof. Rahmstorf. Die Folge wären starke Stürme über Europa, um die erhöhte Temperaturdifferenz zwischen Nordeuropa und Südeuropa auszugleichen. Die jetzt schon spürbare saisonale Trockenheit und Starkregen in Mitteleuropa werden sich verstärken und unsere Kulturlandschaft massiv verändern.
Alles Gründe, um nicht zu resignieren, sondern lokal hier in Roßdorf zu handeln.
Für die GRÜNE Redaktion: Frieder Kaufmann

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