In der Gemeindevertretung im Juni 26 sollte die Mitgliedschaft der Gemeinde in der neuen „Forstbetriebsgemeinschaft Wald- und Holzkontor“ beraten werden. Für uns war schnell klar: Eine Entscheidung über die Zukunft unseres Waldes verdient eine sorgfältige Prüfung. Die Fotos zeigen exemplarisch den Gemeindewald 2023.
Die vergangenen Tage haben erneut gezeigt, wie stark sich das Klima verändert. Temperaturen weit über 30 Grad, ausgetrocknete Böden und die Sorge vor längeren Hitzeperioden gehören inzwischen leider zum Alltag. Auch wenn die letzten Jahre etwas mehr Niederschläge gebracht haben, macht dieses Jahr erneut deutlich, wie stark die Klimakrise auch unsere Region trifft.
Gerade deshalb kommt unserem Wald eine besondere Bedeutung zu. Für viele Menschen in Roßdorf und Gundernhausen ist er ein wichtiges Naherholungsgebiet. Er spendet Schatten an heißen Tagen, speichert Wasser, schützt Böden und trägt zum Klimaschutz bei. Der Wald ist damit weit mehr als eine Einnahmequelle durch den Verkauf von Holz.
Deshalb haben wir bei der Beratung über den Beitritt zur „Forstbetriebsgemeinschaft Wald- und Holzkontor“ im Umweltausschuss (UKBV) besonders intensiv nachgefragt.
Aus unserer Sicht gehört genau das zu den Aufgaben der Gemeindevertretung. Wenn eine neue Organisation künftig zentrale Aufgaben rund um die Holzvermarktung und weitere Dienstleistungen im Forstbereich übernehmen soll, müssen Chancen und Risiken offen diskutiert werden.
Besonders wichtig waren uns dabei folgende Fragen:
Langfristige Finanzierung
Wer trägt die finanziellen Folgen, wenn Förderungen auslaufen oder wirtschaftliche Annahmen nicht eintreten?
Einfluss der Gemeinde Roßdorf
Welchen tatsächlichen Einfluss hat Roßdorf auf wichtige Entscheidungen innerhalb der neuen Organisation?
Interessen von Kommunen und Privatwaldbesitzern
Wie wird sichergestellt, dass die Interessen der Kommunen gegenüber den Interessen der Privatwaldbesitzer dauerhaft gewahrt bleiben?
Waldschutz und Vermarktung
Wie wird verhindert, dass wirtschaftliche Vermarktungsinteressen langfristig Vorrang vor ökologischen Zielen erhalten?
Prüfung von Alternativen
Welche Alternativen zur Mitgliedschaft wurden geprüft und aus welchen Gründen wurden diese verworfen?
Gerade die Antwort auf diese letzte Frage hat uns überrascht. Die Verwaltung teilte mit, dass keine Alternativen näher geprüft wurden, da die Mitgliedschaft von Beginn an als beste Lösung angesehen wurde. Wir halten es jedoch für wichtig, bei Entscheidungen mit langfristigen Auswirkungen auch mögliche Alternativen zu betrachten und transparent gegeneinander abzuwägen. Deshalb finden wir es bedauerlich, dass eine solche Prüfung nicht erfolgt ist.
Einige unserer Fragen konnten inzwischen beantwortet werden. So ist beispielsweise eine persönliche Haftung der Mitglieder ausgeschlossen und die Entscheidungen über die Bewirtschaftung des Roßdörfer Waldes verbleiben weiterhin bei der Gemeinde und unserer Försterin.
Dennoch halten wir es für wichtig, bei allen Entscheidungen rund um unseren Wald genau hinzuschauen. Denn die Herausforderungen durch Klimawandel, Trockenheit und Waldumbau werden uns noch viele Jahre begleiten.
Unser Ziel bleibt dabei klar: Der Wald soll auch für kommende Generationen ein gesunder Lebensraum, ein Ort der Erholung und ein wichtiger Baustein für Klima- und Naturschutz bleiben.
Die endgültige Abstimmung und Beratung musste aus Zeitgründen auf September verschoben werden.
Für die GRÜNEN Daniela Dalpke

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