Am Freitag 12.6.26 standen 27 Punkte auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung. Bei drei davon ging es um Fragen der Kinderbetreuung.
Mehr als zwei Stunden beriet die Gemeindevertretung zu Themen rund um die Kinderbetreuungseinrichtungen. Der Bürgermeister wollte verkürzte Öffnungszeiten und höhere Elternbeiträge durchsetzen. Als längerfristige Perspektive sollten Eltern von Kindergartenkindern 25% der Kosten tragen. Es kam anders. Und besser.
Hier auszugsweise Astrid Kaufmanns Zusammenfassung der Debatte.
„Ich fange positiv an. Wir finden es sehr gut, dass die seltsame Annahme, dass mittags um zwölf jemand ein Kind holt und dann nach dem Mittagessen wieder hinbringt, mit der neuen Satzung vorbei ist.
Dabei aber wie vor zwei Jahren das Thema Öffnungszeiten bis 17 Uhr wieder rauszufischen war unnötig. Ich könnte in weiten Teilen die gleiche Rede halten wie damals. Das erspare ich uns und Ihnen allen, unser Standpunkt hat sich nicht geändert.
Dass die Eltern sich heute irgendwie arrangiert haben spricht nur für deren Fähigkeiten, nicht für den möglichen Bedarf. Dass Eltern nicht in letzter Minute kommen, sondern versuchen 30 Minuten früher da zu sein ist normal. Man möchte nicht in letztem Moment sein Kind am Arm hinter sich herzerren, die Erzieherin nur noch eine Sekunde sehen. Man möchte in Ruhe abholen, noch einen Moment Zeit für ein Übergabegespräch haben, vielleicht noch den Hausschuh suchen, und dann entspannt mit dem Kind an der Hand auf dem Weg nach draußen noch die neuen gemalten Meisterwerke bewundern. Gut, dass in langfristig in beiden Ortsteilen eine Öffnungszeit bis 17 Uhr geregelt ist.
Ein ebenfalls völlig unnötiger Vorstoß ist die Kostendeckungsvorlage. Seit 2024 gibt es den Beschluss der Gemeindevertretung, als Bezug für Elternbeiträge den Anstieg der Lebenshaltungskosten zu nehmen. Dabei bleibt es jetzt.
Unsere Haltung ist davon geprägt, dass wir eine Kita als öffentliche Bildungseinrichtung und nicht als privaten Dienstleister für Gut- und Doppelverdiener sehen. Daher ist ein Kostendeckungsprinzip wie sie die jetzt zurück gezogene Vorlage des Bürgermeisters vorgesehen hatte falsch. Es geht um gemeinschaftliches Lernen als Vorstufe zur Schule.
Gut, dass das jetzt für mehrere Jahre sichtbar ist. Dafür hätten wir keine externe teure Beratungsfirma gebraucht.
Und abschließend, das was die Verwaltung an der Stelle und insbesondere der Fachbereich Finanzen geleistet hat, war großartig. Da wurde aus der Diskussion am Dienstag im Haupt-und Finanzausschuss, die um 23:04 endete, eine Vorlage für den Gemeindevorstand am Mittwoch erstellt, die dann am Donnerstag an die Fraktionen verteilt wurde, und zusätzlich persönlich erläutert. Großes Danke dafür.
Noch nicht ausdiskutiert ist der Vorschlag einer Verpflegungspauschale: Da wir aber eine Satzung brauchen, die ab dem 01.08. gilt, mit verlässlichen Öffnungszeiten bis 17 Uhr in beiden Ortsteilen und bezahlbaren Gebühren, folgen wir dem Antrag der SPD, es bei der Verpflegung noch zu lassen wie bisher. Es gibt aber dazu noch Beratungsbedarf.“
Die Sitzung wurde um 23:35 geschlossen, 10 Punkte konnten nicht behandelt werden.
Für die GRÜNE Redaktion: Frieder Kaufmann

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