Eine intensive Debatte begleitet den Probetrieb der neuen Abflugroute vom Frankfurter Flughafen. Ist Roßdorf und Gundernhausen betroffen? Auf dem Bild von 2015 sind die Flieger noch kerzengerade auf dem Weg nach Süden. Jetzt machen sie dort eine Linkskurve. Das ändert das Lärmverhalten.
Die neue Route Cindy ist mit vielen Kurven versehen. Über Gundernhausen sind die Flieger wieder auf der bisherigen Route Amtix, also über den Stetteritz Richtung Süden.
Roßdorf und Gundernhausen hatten 2008 das gleiche Problem, was derzeit Gemeinden wie Erzhausen stark bewegt. Ihnen droht, dass Ihre Entwicklung ausgebremst wird.
Denn die Flughafen-Lobby spricht zwar von gerechter Verteilung der Lärmbelastung, meint aber ein unbegrenztes Wachstum beim Flugverkehr.
Als 2008 das Neubaugebiet Nordwest 1+2 / Weißmühle in Gundernhausen beschlossen wurde, stand das schon mal auf des Messers Schneide. Das Neubaugebiet wäre nicht genehmigungsfähig gewesen, wenn die Lärmbelastung durch die Startbahn West ein paar Dezibel größer gewesen wäre.
Denn die Abflugroute von der Startbahn West führt mit ihrer „Lärmkeule“ über die Gemarkungsgrenze, also über die beiden Windräder Richtung Stetteritz. Ab der Gemarkungsgrenze unterschreiten die Werte die zulässige Belastung für Neubaugebiete.
Man kann den protestierenden Gemeinden nicht vorwerfen nach dem verballhornten Sankt-Florian-Prinzip „Heiliger Sankt Florian, schon‘ unser Haus, stecks andere an“ zu handeln.
Vielen geht es tatsächlich um eine gerechtere Verteilung des Lärms. „30 Jahre haben wir das ausgehalten. Jetzt sind mal andere dran“ sagte ein Anwohner von Kranichstein.
Aber ist dieser Lärm wirklich unvermeidbar?
Seit 2011 hat das „Nachtflugverbot“ von 23 Uhr bis 5 Uhr Gesetzeskraft. Es wird genau überwacht. Man kann so etwas also tatsächlich mit Gesetzen regeln. Auf der anderen Seite stehen die Flughafenlobby und die Menschen, die vor allem an einen schönen Urlaub für sich denken und denen die Auswirkungen auf ihre Mitmenschen und die Umwelt egal sind.
Eine echte Verkehrswende kann nur in einer Verringerung des Flugverkehrs insgesamt liegen. Denn auch Lärmwerte knapp unter dem zulässigen Höchstwert sind gesundheitsschädlich.
Das spüren auch die Einwohner der Gemeinde Roßdorf, wenn die Flieger wie an der Perlenkette gezogen Richtung Süden donnern. Man sieht und hört sie auch im Ortsteil Roßdorf.
Für die GRÜNEN: Frieder Kaufmann und Redaktion

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