Wasser ist unbestritten unser wichtigstes Lebensmittel.
Bisher liegen alle Quellen und Brunnen der Gemeinde nur im Ortsteil Roßdorf.
Diese Brunnen sind sehr nahe am Limit.
Das Gruppenwasserwerk (ZVG in Hergershausen) liefert bestes Wasser aus dem Hergershäuser Wald und der Schaafheimer Senke nach Gundernhausen. Der Ortsteil Roßdorf und der Stetteritz wird mit eigenen Quellen der Gemeinde versorgt.
Aber ist das langfristig sicher im Klimawandel?
Der Klimawandel und die Trockenheit wirken auch auf die nahen und entfernteren Quellen.
Das Wasserwerk (ZVG) das Gundernhausen beliefert ist an der Grenze der Fördermenge und der Wasserrechte. In Roßdorf dürfte mengenmäßig noch mehr Wasser gefördert werden. Aber der stetig sinkende Grundwasserspiegel ist das Killerkriterium für die zulässige Entnahme. Da sind die Roßdörfer Brunnen sehr nah dran.
Es gibt einen klaren langjährigen Abwärtstrend der Grundwasserhöhe.
In den letzten Jahren ist er in Hergershausen um einen Meter gefallen und nicht mehr wie früher durch regenreiche Winter aufgefüllt worden. Seit 2003 gab es keine Nasszeiten mehr. An der Oberkante des „Grundwasserkörpers“ hängen die Entnahmerechte.
Erschwerend kommt hinzu:
Die Gemeinde Roßdorf ist nur Kunde beim Gruppenwasserwerk, nicht Mitglied des kommunalen Verbands.
Der Wasserverband ZVG hat sehr klar gesagt, dass die „Kunden“ erst in zweiter Reihe bedient werden, Neue Lieferverträge sind angekündigt, Lieferengpässe und saftige Preiserhöhungen stehen im Raum.
Lösungsidee eins: Einfach dem Zweckverband beitreten? Das würde nicht helfen, weil dessen Wasserrechte schon ausgeschöpft und teilweise überschritten sind.
Lösungsidee zwei: Einfach einen neuen Brunnen bohren? Das würde auf dem Gebiet des Ortsteils Roßdorf nichts bringen, weil dasselbe Wasserreservoir angezapft würde.
Lösungsidee drei: ein weiteres Standbein für die eigene Wasserversorgung zu erkunden, bevor der Zweckverband die Notbremse zieht. Hier gibt es sehr ernsthafte Überlegungen wo eine Lösung liegen könnte.
Mit der Gemarkung sehr vertraute Geologen haben glaubhaft vermutet, dass es sich lohnen würde in der Senke vor der Kläranlage in Gundernhausen neue Brunnen zu erkunden. Das Argument ist einleuchtend. Vom Waldgebiet am Tannenkopf sind Zuströme zu den immer nassen Wiesen zwischen B 26 und Wald zu erwarten. Hier könnte ein bisher unerschlossener „Wasserkörper“ liegen.
Die GRÜNEN sind absolute Befürworter der lokalen Wasserversorgung und unterstützen die lokalen Lösungsideen voll und ganz. Wir wollen dass das notwendige Trinkwasser möglichst ortsnah gewonnen wird.
Der Gesamtverbrauch kann unserer Meinung nach stark gesenkt werden, auch in Trockenjahren. Aber das notwendige Trinkwasser, unser wichtigstes Lebensmittel, sollte lokal gewonnen werden
Und noch etwas wichtiges: Selbst wenn die Grundwasserstände sich stabilisieren sollten, wird durch den Klimawandel die Erdoberfläche immer wärmer und die Verdunstung steigt. Pflanzen, die ihre Wurzel nahe daran haben, leiden heute schon massiv.
Hier muss die Gemeindepolitik dafür sorgen, dass das Wasser wieder im Boden bleibt und nicht einfach abläuft.
Wasser ist knapp. Jeder Tropfen, der runterkommt, muss in den Untergrund kommen, und nicht wie heute immer, manchmal zwar auch zeitverzögert, aber vorrangig in die Kanalisation abgeleitet werden.
Wieder positiv: für all dies gibt es Lösungen, die auch schon andernorts praktiziert werden. Das kostet Geld, ist aber für die Daseinsvorsorge unverzichtbar.
Für die GRÜNEN: Frieder Kaufmann mit dem Redaktionsteam

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