Die zahlreichen Zuschauer: innen der letzten Gemeindevertretersitzung erlebten eine sehr emotionale und kontroverse Debatte mit einem zum Glück sehr positiven Ausgang.
Es ging um einen Antrag der SPD, eine Blitzerampel zu wünschen. Die im Moment lebensgefährliche Querung der B 38 im Bereich der Zahlwaldhalle sollte so für Fußgänger und Radfahrer sicherer gemacht werden.
Astrid Kaufmann erläuterte, warum das keine Lösung des Problems ist.
„Wir freuen uns, dass die Querung der B38 mal wieder ins Parlament kommt. Dass wir dieses Thema immer wieder aufgreifen und sowohl mit Anträgen als auch mit Pressearbeit öffentlich halten ist ja bekannt
Ich weise drauf hin dass ein Antrag der Grünen aus 2018 noch immer nicht abgeschlossen wurde. Jetzt ist 2022. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen, und wir sehen ihn nicht als erledigt: „Ein Konzept für weniger gefährliche Querung gemeinsam mit den zuständigen Behörden erarbeiten“ war der Auftrag des Parlaments.
Tempo 70 und die Kontrolle lösen aber das Problem der sicheren Querung nicht. Tempo 70 gilt übrigens seit 1996, damals ebenfalls auf Antrag der Grünen eingeführt, aber das reicht nicht. 500 Menschen haben 2018 in einer Unterschriftensammlung eine grundlegende Änderung der Situation gefordert. Bisher erfolglos.
Ein Blitzer ist nicht verkehrt, keine Frage. Aber bei den Verkehrszählungen wurden 100 Autos pro Stunde gezählt! Wie soll man denn da zwischendurch flitzen? Als Kind? Als Fußgänger: in? DAS ist das Hauptproblem! Die starke Zunahme des Autoverkehrs ist das Problem.
Ich war heute mit dem Auto unterwegs, und habe eine alte Dame mit Rollator gesehen, die von Gundernhausen Ortsausgang nach Roßdorf Kreisel mehr als eine Stunde gebraucht hat. Wie soll die über die Straße kommen?
Sie wird sich nicht trauen. Und viele Eltern verbieten ihren Kindern, diesen Rad- und Fußweg zu nutzen. Zu Recht
Man muss Verkehrsthemen aus der Sicht der Schwächeren, also z.B. von Kindern betrachten.
Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse, dass das subjektive Sicherheitsempfinden entscheidend für die Wahl des Verkehrsmittels und der Wegstrecke ist. Wie viele Menschen nehmen also den Umweg, oder doch lieber das Auto? Ich wohne im Neubaugebiet in Gundernhausen. Meine Nachbarin fährt ihren Sohn zweimal die Woche zum Training in die Zahlwaldhalle. Mit dem Auto. Weil es ihr zu gefährlich ist, ihn mit dem Rad fahren zu lassen. Laut Google: 6 Minuten mit dem Auto für 2,7 km. Und mit dem Rad: 3 Minuten für 1 km.
Und dieses Problem löst der Antrag der SPD in keiner Weise
Wir appellieren an die SPD, den Antrag im Ausschuss zu belassen, und dann im Gesamtkonzept umzusetzen wenn es sinnvoll ist. Das könnte ja sein, als Teil des Gesamtkonzeptes einen Blitzer zu installieren. Aber dann bitte nicht als Schaufensterlösung, sondern als Ergänzung der echten Problemlösung.“
Mehrere Parlamentarier ergänzten das. Auch bei Tempo 70 ist es vor allem für Heranwachsende nicht möglich, den von beiden Seiten kommenden Autoverkehr sicher abzuschätzen. Die Querungsstelle ist insgesamt 15 Meter breit. Um sicher darüber zu kommen muss ein Fußgänger rechts und links mehr als 200 Meter freie Straße überblicken. Gleichzeitig. Ohne Querungshilfe oder Bedarfsampel ist das unlösbar. Eine Bedarfsampel gibt es auf dieser Straße bereits: an der Abbiegung zum Stetteritz (Blauer Stein Hof). Es geht also, wenn man will.
„Ein starkes Signal wäre es, wenn das Parlament fraktionsübergreifend darauf besteht, mit den Planern von HessenMobil in einen echten Dialog zu kommen, und eine gemeinsame Lösung zu finden“ ergänzte Astrid Kaufmann.
So kam es auch. Der Antrag wurde auf Vorschlag der SPD zurück in die Ausschüsse verwiesen, um den Dialog mit den Planern endlich intensiv aufzunehmen. Das war eine gute Entscheidung.
Für die Grünen: Daniela Dalpke mit dem Redaktionsteam

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