Roßdorf kann mehr für die Zukunft der Jugendlichen tun
Im Corona Jahr 2020 haben so wenig junge Menschen in Deutschland eine Ausbildung begonnen, wie noch nie seit der Wiedervereinigung.
Die Ausbildungszahlen sind tendenziell rückläufig, doch der aktuelle Einbruch durch Corona ist deutlich ersichtlich.
Laut dem Gemeindesteckbrief der IHK (Stand 06/2021) gab es in den Ausbildungsbetrieben in der Gemeinde Roßdorf im Jahr 2019 insgesamt 84 Auszubildende. Das sind etwa 3 % der Gesamtbeschäftigten.
Damit liegt Roßdorf unter der Quote des Landkreises (3,9 %) und Hessens (4 %).
Dieser Unterschied mag erst einmal gering erscheinen, verwundert aber doch wenn man die Veränderung der Altersstruktur, den Fachkräftemangel und in Relation dazu Roßdorfs Dichte an Unternehmen (mindestens 476 in 2018) bedenkt. Der Gemeindesteckbrief der IHK schlüsselt die Branchen der Unternehmen in einzelne Sektoren auf.
Die in Roßdorf ansässigen Branchen gehören zu Bereichen, in denen ausgebildete Fachkräfte gebraucht werden.
Trotzdem die recht geringe Anzahl an Auszubildenden. Dies liegt nicht daran, dass es keine Bewerber:innen geben würde. In Hessen gibt es durchschnittlich 114 Bewerbungen auf eine gemeldete Ausbildungsstelle (2019/2020). Damit haben es unsere jungen Menschen mit am schwersten in Deutschland.
Was könnte man als politische Gemeinde Roßdorf tun, um es dem Nachwuchs leichter zu machen und auch Betriebe darin zu unterstützen, dem Fachkräftemangel zu begegnen?
Hier gibt es auf sozial- und arbeitsmarktpolitischer Ebene durchaus Handlungsoptionen. Die Stadt Bremerhaven zum Beispiel fördert Unternehmen und Betriebe bei der Bereitstellung und Besetzung zusätzlicher Ausbildungsplätze. Die Gemeinde Freiensteinau im Vogelsberg ist sogar kleiner als Roßdorf und hat trotzdem ein ähnliches, freiwilliges Förderprogramm.
Jeder zusätzliche Ausbildungsplatz ist wichtig. Dieses Credo sollte alle Verantwortlichen leiten, besonders Parteien, denen die Themen Arbeit und Ausbildung in den Genen stecken sollten.
Es gibt mannigfaltige Herausforderungen, die unserer Aufmerksamkeit bedürfen. Doch gerade die Ausbildung junger Menschen ist eine nachhaltige Investition in die Zukunft. Denn Menschen mit einer wirklichen Perspektive haben tendenziell mehr Energie, um sich weiterzubilden, sich für Klimaschutz, für innerörtliche Entwicklung, für Vereinsarbeit oder anderes einzusetzen.
Und dies ist es doch, was wir uns wünschen: Aktiven, gut ausgebildeten Nachwuchs, der unsere Gemeinde auch in Zukunft lebenswert erhält.
Für die Grünen: Katharina Fröhlich mit dem Redaktionsteam
Und hier die Datenquellen:
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