In der letzten Sitzung der GV wurde auch ein neu zu planendes Wohnbaugebiet in Roßdorf besprochen, zwischen Goldkaute und B 38 gelegen und im Besitz der Gemeinde. Dort ist sogenannter „Geschosswohnungsbau“, also auch Sozialer Wohnungsbau möglich. Vor so einem großen und wichtigen Projekt gibt es immer viele Punkte zu klären, zum Beispiel:
– Wer ist der Bauträger?
– Mit welchen Standards wird gebaut?
– Wer beauftragt wen zu welcher Zeit?
-Wem gehört es am Schluss und wer zieht ein?
So oder so ähnlich werden die vielen Fragen lauten, denen sich nun eine eigens dafür einzurichtende/eingerichtete Kommission widmen wird. So wurde es jedenfalls von der Mehrheit der Gemeindevertretung in der letzten Sitzung beschlossen. Die Grünen haben in der letzten Parlamentssitzung mehrfach dargelegt, warum sie sich in diesem Prozess mehr Bürgerbeteiligung gewünscht hätten und auch Vorschläge gemacht, wie diese umgesetzt werden kann –vom einfach Aufruf zur Ideenabgabe bis zur konkreten Mitarbeit. Unsere Vorschläge wurden leider nicht angenommen, immerhin wurde die bestmögliche Beteiligung der Öffentlichkeit zugesagt. Das kann die Türen der Kommission ja schon ein Stückchen öffnen, tagt sie sonst doch nur hinter verschlossenen.
Viel Expertise in der Roßdörfer Bevölkerung
Zum Thema Wohnungsbau gibt es unglaublich viel Expertise in der Bevölkerung, ganz sicher auch in Roßdorf. Jeden Tag stehen in Rundschau und Echo Beispiele, wie man clever, preiswert und trotzdem ökologisch sozialen UND bezahlbaren Wohnungsbau erstellen kann, sogar ganz schnell, wenn es sein muss.
„Modulbauweise, Standardisierung, Zusammenarbeit von Bauträgern“ waren unsere Stichworte im Parlament als Beispiele für bereits praktizierte Modelle im Rhein-Maingebiet.
Dass günstiger Bauen zu Lasten der Ökologie geht, ist längst widerlegt. Es gibt Ökomietshäuser, die bei bezahlbaren Mieten in den Bereich der Passivenenergiehäuser bis zu Energie-Plus-Standards kommen.
Roßdorf hat zwei weitere unschlagbare Vorteile:
Das Baugelände gehört der Gemeinde. Und: das Parlament hat einstimmig beschlossen, das Gelände nach der „Konzeptvergabe“ zu erschließen – das ist richtig Denn es kommt nicht der Anbieter zum Zug, der für den Gemeindehaushalt das meiste Geld bringt, sondern, dessen Konzept das sinnvollste für die Gemeinde ist.
Im Klartext: Die Gemeinde verzichtet auf den Höchstpreis, wenn es dem Gemeinwohl nützt. Sie darf das inzwischen auch, denn die „Konzeptvergabe“ steht im Baugesetzbuch und erlaubt den Verzicht auf Profitmaximierung.
Das gibt einen ganz weiten Spielraum. „Erbpacht ist damit möglich, also die Vergabe des Grundstücks für z.B. 99 Jahre zu einem günstigen Preis an den Investor, bei dem das Grundstück im Besitz der Gemeinde bleibt“ haben die Grünen als eine der Möglichkeiten in der Parlamentssitzung eingebracht.
Bringen Sie sich ein! Der jetzt angestoßene Denkprozess hat keine Grenzen!
Es geht zwar „nur“ um ein Baugebiet mit wahrscheinlich 75 Wohneinheiten, aber kreative Ideen wirken sich immer auch auf die gesamte Gemeinde aus. Roßdorf und Gundernhausen sind nach wie vor sehr attraktive Zuzugsgemeinden im Rhein-Main-Gebiet, die nur wenige Neubaugebiete ausweisen, aber noch ganz viele Möglichkeiten der Innenentwicklung haben.
Jetzt ist also die Kommission dran.
Haben Sie Ideen oder Vorschläge zum o.g. Neubaugebiet? Dann lassen Sie es uns wissen, schreiben Sie uns an
Bringen Sie Ihre Ideen ein.
Viel Spaß beim Nachdenken und Vorschläge machen.
Für die Grünen
Frieder Kaufmann

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