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Am 22.9.16 besuchte ein hoch prominenter Grüner Ökolandwirt und Agrarwissenschaftler Roßdorf. Die einladende Evangelische Kirchengemeinde Gundernhausen verlegte den Vortrag von Felix Prinz zu Löwenstein in die dann voll besetzte Kirche. Das Interesse war groß, denn die Behauptung Löwensteins „Es ist genug für alle da“ steht im vollen Kontrast zur Tatsache, dass ein Großteil der Menschheit auf unserem Globus viel zu wenig zum Leben hat. Das interessiert die Menschen hier, denn es gab auch konkrete Antworten, was wir hier tun können.
Das Hofgut Habitzheim, nur ein paar Kilometer von Roßdorf entfernt, blickt auf 500 Jahre Landwirtschaftstradition zurück. Das sehr lebendige Familienunternehmen wurde von Felix Prinz zu Löwenstein geprägt. Ehrenamtlich ist er auch Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft und war jahrelang im Parlament der hessischen Gemeinde Otzberg für die Grün-Alternative Liste tätig.
Löwenstein stellte seine Vision einer naturverbundenen Landwirtschaft vor. Hier einige seiner Thesen:
Die industrielle Landwirtschaft ist eine Sackgasse. Unser billiges Fleisch bezahlen wir teuer, weil die dazu gehörige Futterproduktion weltweit zum Hunger, fehlenden Flächen zur Nahrungsmittelerzeugung und Raubbau an den Naturwäldern führt.
In den Ländern der Welt, wo der Hunger grassiert, haben die Klein-Landwirte vor allem ein Finanzproblem. Für Saatgut, Dünger der Agrarindustrie müssen sie bis zu 20% Zinsen zahlen. Im Monat. Ein praktikabler Ausweg in diesen Hungerländern ist eigenes Saatgut und eine Rückbesinnung auf traditionelle Anbauarten, die die Flächen besser nutzen.
Als Beispiel nannte Löwenstein das südliche Afrika, wo als Nahrungsmittel sehr viel Mais angebaut wird. Es gibt Pflanzenarten, die als „Unterpflanze“ sowohl das Unkraut behindern, als auch den Maiszünsler vergrämen. Die westliche Agrarindustrie hat daran kein Interesse und verkauft lieber gentechnisch verändertes Saatgut inklusive Unkrautbekämpfungsmitteln. Und bringt die Landwirte in die Zinsfalle.
Wer bei der vom Asylkreis initiierten Theateraufführung „Die Weißen kommen“ war, dem kamen viele Aussagen Löwensteins sehr bekannt vor. Vom „Land-Grabbing“ das den Kleinbauern das Land wegnimmt über die Rolle von Spekulanten aus den Industrieländern, die die lokalen Märkte überschwemmen und die lokalen Produzenten in den Ruin treiben: nicht nur in Afrika sondern auch in Indien und Südamerika.
Dass viele nach der regen Diskussion am Schluss ein handsigniertes Buch zum Nachlesen erwarben, war eine Selbstverständlichkeit und eine Erinnerung an die Zukunft. Demnächst wird auch die Gemeindebücherei in Roßdorf das neuste Buch Löwensteins zur Ausleihe bereitstellen können.
Für die Grünen: Frieder Kaufmann

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