Neubau eines Kindergartens –
es fehlt das Konzept der Gemeinde
Der Gemeindevorstand von Roßdorf hat die Errichtung einer Kindertagesstätte in der Ortsmitte von Roßdorf als Beschlussvorlage auf die Tagesordnung der kommenden Parlamentssitzung gesetzt. Damit verlässt der Gemeindevorstand die derzeitige Beschlusslage, denn das Parlament hatte noch im November den Bau einer Kindertagesstätte im Baugebiet Hühnerbusch beschlossen, wo bereits ein Grundstück bereitsteht. Noch vor wenigen Monaten hatte der Bürgermeister die Erforderlichkeit der Planung und der Bildung einer Expertenkommission mündlich mit dem hohen Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen in Roßdorf begründet.
Die jetzt vorgelegte Planung ist aus grüner Sicht interessant und sollte genauer angeschaut werden. Die Grünen lehnen jedoch ab, aus dem Stand heraus dem vorliegenden Grobkonzept der Evangelischen Kirche zuzustimmen, wie dies der Gemeindevorstand in seiner Beschlussvorlage vorsieht. Der Bürgermeister möchte sogar schon einen Beschluss, wonach der Kirche für die Umsetzung ein gemeindliches Grundstück zur Verfügung gestellt wird (Punkt b in der Beschlussvorlage). Dies lässt befürchten, dass seitens des Bürgermeisters schon eine Vorentscheidungen gefallen ist. Aus unserer Sicht bestehen derzeit mehr Unklarheiten als Klarheiten, denn weder die Finanzierung noch die erforderliche Größe der Kindertagesstätte geht aus den Angaben des Gemeindevorstandes hervor. Es ist auch nicht ersichtlich, warum dem Konzept der Kirche in der Kommission der Vorzug gegenüber den übrigen Bewerbern gegeben wurde.
Aus unserer Sicht drängen sich einige offene Fragen auf, die vor einer Zustimmung zum Konzept zumindest ansatzweise beantwortet sein sollten:
- · Wie viele Autos werden in der Kirchgasse erwartet, wenn ca. 100 Kinder und das Personal an einem regnerischen Wintertag morgens in den Kindergarten kommen?
- · Wie wird dieser Fahrzeugverkehr in der engen Kirchgasse abgewickelt, und welche Auswirkungen sind an der Ausfahrt der Kirchgasse neben der Kirche im morgendlichen Berufsverkehr zu erwarten?
- · Wie verträgt sich die Planung mit dem Dorfentwicklungsplan, der für diesen Blockinnenbereich eine bauliche Entwicklung ausschließt und die Erhaltung der grünen Innenbereiche fordert?
- · Was passiert mit der Krabbelstube, wenn diese die Räume in der Grundschule verlassen muss? Können demnächst Krabbelkinder in Roßdorf nur noch von der Kirche betreut werden?
- · Welchen Vorteil hat die Gemeinde, wenn sie der Kirche einen neuen Kindergarten baut? Wir vermuten, dass der heutige kirchliche Kindergarten in der Alten Bahnhofstraße dann aufgegeben wird, d.h. zwei kirchliche Gruppen ziehen lediglich um. Die Vorlage des Gemeindevorstandes lässt dies offen…
Diesbezüglich hätten wir uns einen umfangreichen Bericht aus der Kommission gewünscht, der die vorgeschlagene Planung erörtert und begründet. Die Grünen sind grundsätzlich offen für eine Kindertagesstätte, die nicht von der Gemeinde, sondern von einem anderen Träger übernommen wird. Der Bürgermeister sollte jedoch zumindest ein nachvollziehbares Konzept vorlegen. Die Diskussion muss zunächst inhaltlich geführt werden (pädagogisches Konzept, Verbleib der Krabbelstube, erforderliche Größe etc.), erst in einem zweiten Schritt ist über die geeignete Architektur und über einen Wechsel des Standortes zu entscheiden.
Die Grünen haben daher einen umfangreichen Änderungsantrag vorbereitet, der zunächst in den Ausschüssen und anschließend im Parlament behandelt werden wird.
Robert Ahrnt – Die Grünen Roßdorf / Gundernhausen
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