Wollen Sie Klimaschutz betreiben und damit auch noch Geld verdienen?

Die GRÜNEN schlagen die Prüfung einer Nutzung der „Bürgerenergie“ durch die Gemeinde Roßdorf vor Wie das funktioniert kann man sich in einem Beispielprojekt in Bickenbach ansehen.

Beim Projekt „Bürgerbatterie“ können Privatleute, Firmen oder auch die Gemeinde in Roßdorf auf ihrem Grundstück Batteriespeicher von der Größe eines Kühlschranks mit 184 KWh Kapazität aufstellen lassen. Die Kosten trägt eine Darmstädter Energiegenossenschaft, und sie zahlt dazu noch eine Jahrespacht fürs Grundstück, das nicht größer als 15 qm sein muss.

Das Prinzip ist einfach: Umweltenergie aus Sonne und Wind fließt mit großen Schwankungen ins Netz. An der Strombörse ist der Strom entsprechend billig und teuer. Die billig erzeugte Energie wird von der Genossenschaft eingekauft, wenn sie fast nichts kostet, in der „Bürgerbatterie“ gespeichert und von der Genossenschaft teuer wieder verkauft, wenn es z.B. in den Abendstunden eine hohe Nachfrage im Netz gibt. Die Grundstücksbesitzer brauchen nichts zu tun.

Das lohnt sich mehrfach: alle dezentralen Speicher stabilisieren das Stromnetz und verringern den teuren Netzausbau. Dadurch wird die Zuschaltung von Gas / Kohlekraftwerken verringert und Umweltstrom aus Sonne und Wind sinnvoll verwendet, wenn er im Überfluss da ist. Den Gewinn teilen sich bei diesem Projekt die Grundstückseigentümer und die an der Genossenschaft beteiligten Privatpersonen, Betriebe oder eben auch die Gemeinde.

Der Haken dabei: im jetzigen Verteilernetz der E-Net muss eine freie Anschlussmöglichkeit von 50 KWh in der Nähe des zur Verpachtung stehenden Grundstücks verfügbar sein. Und: auch wenn das Modell von den Preisschwankungen durch Umweltstrom profitiert, handelt die Börse mit „Graustrom“, dem man die Herkunft nicht ansieht. Positiv gesagt: das ist ideologiefrei.

Das Bürgerenergieprojekt ist natürlich nur ein ganz kleiner Baustein beim Ausbau der Umweltenergie durch Nutzung von dezentralen Speichern. Aber man kann dabei selbst etwas tun.

Die GRÜNEN sind durch persönliche Kontakte mit der „Energiegenossenschaft Darmstadt“ auf diese einfache Idee gestoßen und haben beantragt, dass die Gemeinde Roßdorf prüft ob und auf welchen Grundstücken sie sich beteiligen kann.

Davon unabhängig können Sie ja für sich selbst prüfen, ob Sie sich an diesem Klimaprojekt beteiligen und, siehe oben, damit auch noch ein wenig Geld verdienen wollen.

Für die GRÜNEN: Peter Pokinskyj

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