Wir leben auf Kosten der nachfolgenden Generationen
Seit 1971 gibt es ein Messverfahren, mit dem man auf den Tag genau feststellen kann, wann die Menschen mehr verbrauchen, als diese eine Erde hergibt. Nennt sich Erdüberlastungstag.
In Deutschland haben wir ab dem 10. Mai mehr verbraucht als nachwächst. Die Übernutzung ist hierzulande so groß, dass wir drei Erden bräuchten, wenn alle Menschen auf der Welt einen solchen Bedarf an Ressourcen und Emissionsausstoß hätten wie wir.
Ob beim Ausbau erneuerbarer Energien, klimafreundlicher Mobilität oder effizienteren Gebäuden – in diesen Sektoren entscheidet sich, wie schnell und wirksam Emissionen tatsächlich reduziert werden können.
In Roßdorf haben wir beim motorisierten Individualverkehr keinen Unterschied gespürt, trotz Ölkrise und utopischen Benzinpreisen. Und weniger Flugzeuge sind auch nicht über unseren Köpfen unterwegs. Das neue Terminal in Frankfurt hat „noch viel Luft nach oben“.
In Roßdorf wird der Ausbau der Erneuerbaren Energie durch Windräder mit immer neuen Ausreden ausgebremst. Obwohl Roßdorf dadurch den größten Teil des Stromverbrauchs lokal erzeugen könnte. Ohne teures, von Kriegen betroffenes und klimabelastendes Gas.
Hoffnung weckt ausgerechnet der Regierungsbeschluss, private Solaranlagen auf den Hausdächern zu behindern. Noch gilt die bisherige Förderung. Unser Eindruck ist, dass jetzt Kurzentschlossene handeln. Die Wirkung solcher privaten Investitionen ist enorm. Der Anteil dieser Hausdachanlagen an der Stromerzeugung liegt bundesweit in der gleichen Größenordnung wie der Windkraftstrom.
Die Vorstellung, drei Erden zu verbrauchen, wirkt erstmal abstrakt. Um das zu veranschaulichen, kann man sich einen Wald vorstellen: Wenn pro Jahr mehr Bäume gefällt werden als nachwachsen, wird er mit der Zeit lichter, die Böden verändern sich, Schatten fehlt, und auch die Artenvielfalt nimmt ab. Irgendwann kann er sich nicht mehr selbst regenerieren.
In Roßdorf haben wir schon am 10. Mai die Überlastungsgrenze überschritten. In der ganzen Welt war das im Vorjahr der 24.7.25. Das wird von Jahr zu Jahr früher.
Aber halt: da fehlt eine wichtige Information. Denn bis zum Jahr 1970 reichte noch eine Erde aus, es wurde weniger verbraucht als nachwachsen konnte. Erst seit 1971, also erst seit 55 Jahren lebt die Menschheit auf Pump, also auf Kosten der nachfolgenden Generationen. Das ist für die Welt ein unglaublich kurzer Zeitraum. (Quelle: WWF)
Die Rechnung bezahlen die nächsten Generationen. Ihnen fehlt das, was die heutigen Generationen jetzt verschwenden.
Enkeltauglich ist das nicht.
Aber wir GRÜNEN sind grundoptimistisch. Bei einem atemberaubenden Vortrag über den weltweiten Raubbau an der Natur und die lebensbedrohlichen Auswirkungen des Klimawandels sagte die Reporterin über den Widerstand der Menschen vor Ort:
„Die Hoffnung stirbt nie. Denn die Menschen wehren sich gegen die Verschlechterung ihrer Lebensgrundlagen“ (Louisa Schneider, Greenpeace)
Dem können wir uns nur anschließen.
Für die GRÜNEN: Frieder Kaufmann mit der Redaktion

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