Seit letzten Mittwoch ist Schluss. Am 14. Juni 2017 hatte der Rewe-Markt in Roßdorf das letzte Mal geöffnet. Der Pachtvertrag läuft Ende Juni offiziell aus, das Gebäude – viele Roßdörfer erinnern sich noch an den Vormieter miniMal – wird abgerissen. An gleicher Stelle entsteht 2018 laut Planung ein neuer, größerer Edeka-Markt mit mehr Verkaufsfläche und erweitertem Sortiment. So konnte man es auch auf der entsprechenden Infoveranstaltung am 16. Mai im Sonnensaal erfahren.
Obwohl die Schließungspläne bereits seit einigen Monaten bekannt sind, hatte es sich bis zum letzten Tag immer noch nicht überall herumgesprochen. Viele Roßdörfer sind an diesem Tag überrascht und wehmütig. Beim Einkaufen traf man oft Nachbarn und Bekannte, die Atmosphäre war fast familiär. Mit dem Markt stirbt ein Stück „Roßdörfer Geschichte“. Die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind glücklicherweise in anderen Filialen untergekommen. Für viele (ältere) Bürger und die Bewohner von AWO und Behindertenzentrum ist die Schließung dagegen eine bittere Pille. Oftmals in der Mobilität eingeschränkt, war der Einkaufsmarkt die einzige Versorgungsmöglichkeit in erträglicher Reichweite, auch aus Gundernhausen.
Nicht jeder kann sich eben mal schnell ins Auto setzen, um nach Ober-Ramstadt, Groß-Zimmern oder Reinheim zu fahren. Eine Busfahrt zum nächsten großen Discounter ist aufwändig und für viele nicht zu bewerkstelligen.
Das ganze Areal zwischen Dieburger Straße und B 38 wird sich im Zuge der Erschließung als „Misch- und Gewerbegebiet“ nun schnell verändern. Anstelle der Ampel zum BHZ wird ein Kreisel mit Zufahrt zum neuen Gebiet entstehen, neben den neuen Edeka-Markt gesellen sich ein Discounter und ein Drogeriemarkt.
Der neue „Vollsortimenter“ soll dann ab dem dritten Quartal 2018 mit dem Verkauf starten, bis dahin ist guter Rat teuer. Das Sortiment des Supermarktes in der Ortsmitte ist begrenzt, der Netto-Markt am westlichen Ortseingang für viele nicht fußläufig erreichbar. Mit der Schließung des Rewe-Markts verliert Roßdorf ein wichtiges Stück Infrastruktur, für die Übergangszeit sind gute Lösungen gefragt. Die dreimonatige Vollsperrung der Straße nach Ober-Ramstadt im Herbst verstärkt die Problematik. Wir sehen uns aufgefordert, aktiv nach Alternativen für die Zeit bis zur Neueröffnung zu suchen.
Aktuell prüfen wir mit einigen Bürgerinnen und Bürgern private Liefermöglichkeiten oder regelmäßige Einkaufsfahrten. In welchem Ausmaß der Bedarf besteht, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten noch genauer zeigen. Wenn Sie hierzu Ideen oder Tipps haben oder uns unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Rückmeldung.
Für die Grüne Fraktion: Stefan Eichelhardt
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