Am Samstag 19.9.26 fand für Roßdörfer Bürgerinnen und Bürger ein Waldspaziergang mit unserer Försterin, Lara Kieselack, durch den Gemeindewald statt. Gestartet sind wir an einem der Zäune, die im Zusammenhang mit der afrikanischen Schweinepest aufgestellt wurden. Diese werden uns voraussichtlich noch etwa ein Jahr begleiten.
Die Folgen des Klimawandels werden sichtbar
An verschiedenen Stationen erfuhren wir viel über den Zustand unseres Waldes und die Herausforderungen, vor denen er durch die Klimaveränderungen steht.
Am Beispiel mehrerer Eschen wurde sehr anschaulich erklärt, welchen Einfluss die Klimaveränderungen auf unseren Wald haben. Besonders betroffen sind derzeit die Eschen. Durch einen Pilz können auch ihre Wurzeln stark geschädigt werden. Die Bäume verlieren an Standfestigkeit und können auch ohne Windeinfluss umfallen.
Gleichzeitig wird daran geforscht, wie diese heimische Baumart erhalten werden kann. Nur ein sehr kleiner Teil der Eschen scheint gegenüber der Erkrankung widerstandsfähig zu sein. Diese Bäume werden gezielt gesucht und untersucht.
Wir haben erfahren, dass es einen Unterschied macht, wie und wann ein Baum seine Blätter verliert. Beim normalen Blattfall zieht er vorher wichtige Nährstoffe aus ihnen zurück. Fallen dagegen bereits im September noch grüne Blätter vom Baum, kann dies ein Zeichen für großen Stress durch Hitze oder Trockenheit sein.
Auch der Eichenprozessionsspinner war in diesem Jahr eine besondere Herausforderung. In diesem Ausmaß war unser Gemeindewald nach Aussage der Försterin bisher noch nicht betroffen. Dort, wo sich viele Menschen aufhalten, werden die Nester zum Schutz der Bevölkerung entfernt.
Während des gesamten Rundgangs wurde immer wieder deutlich, wie sehr unser Wald unter den Klimaveränderungen leidet. Deshalb soll noch mehr für den Wasserrückhalt getan werden. Entwässerungsgräben sollen geschlossen und weitere Wasserflächen geschaffen werden, um das Wasser möglichst lange im Wald zu halten.
Sehr eindrücklich war auch eine Grafik zur Entwicklung von 1984 bis 2025. Die jährliche Absterberate der Bäume in Hessen ist insbesondere seit 2018 deutlich gestiegen. Im Rhein-Main-Gebiet liegen die Werte sogar deutlich über dem hessischen Durchschnitt. Gleichzeitig sind die Temperaturen gestiegen und die verfügbare Wassermenge zurückgegangen.
Der Rundgang hat uns deutlich gezeigt, wie sehr sich unser Wald bereits verändert hat. Unsere Försterin beantwortete die vielen Fragen offen, mit viel Fachkompetenz und Herzblut.
Der Waldspaziergang soll nun jährlich stattfinden. Das begrüßen wir sehr, denn angesichts der Veränderungen ist es wichtig, genau hinzuschauen, wie es unserem Gemeindewald geht und zu verstehen, was wir tun können, um ihn für die Zukunft zu erhalten.
Daniela Dalpke und Redaktion

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