Einheitsbuddeln war der Name. Das Parlament hatte es beschlossen, die Bürgermeisterin sorgte für Personal und Geld, der Förster sorgte für Bäumchen, die für unsere Gegend zertifiziert waren. und hunderte Menschen machten mit. Eine tolle Aktion. Beim Pflanzen versanken wir im Matsch. Ideale Bedingungen für einen neuen Mischwald. Dachten wir alle.
Die Natur und der menschengemachte Klimawandel haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Nach der Pflanzaktion wurde es immer trockener. Ein ganzes Jahr lang. Die Bäumchen verdursteten. Und den Rest erledigten die Waldtiere, die sich über die Austriebe der Baumschulpflanzen mit Freude hermachten.
Heute werden solche Pflanzaktionen nur noch selten gemacht.
„Der Wald braucht keinen Förster. Nur Zeit“. So ähnlich klingt es aus dem Mund von Waldschützern. Naturverjüngung führt dazu, dass schon die nächste Generation von Sämlingen aus dem Wald viel besser an die Umweltbedingungen angepasst ist.
Was unsere schnelllebige Welt gern vergisst: Ein Wald braucht Jahrhunderte zur Entwicklung. Man kann ihm helfen, aber vor allem dadurch, dass man dafür sorgt, dass er sich selbst helfen kann.
Deshalb gab es keine Wiederholung dieser eigentlich tollen Aktion. Sie ist dem Klimawandel zum Opfer gefallen.
Was bleibt, ist der Grundsatzbeschluss der Gemeindevertretung:
Wir wollen „naturgemäßen“ Waldbau. Nicht nur „naturgerechten“. Das ist uns zu wenig. Der Unterschied ist gewaltig. Die Natur soll bestimmen, nicht der Mensch. Darin liegt der Unterschied zwischen „naturgemäß“ und „naturgerecht.“.
Nach dem Motto „weniger ist mehr“, also weniger starke, forstliche Eingriffe im Holz, weniger Eile und vor allen Dingen weniger Wild ist gleich mehr Wald.
Der Grundsatz der nachhaltigen Forstwirtschaft, wurde vor 300 Jahren geprägt. Er sagt, dass nicht mehr Holz entnommen werden darf als nachwächst. Damals wurde der Wald im wahrsten Sinn des Wortes leer gefegt, um Laub für die Tierhaltung zu haben. Und das beinah einzige bezahlbare Baumaterial war Holz. Leere Wälder waren die Folge.
Das hatte durch die nachhaltige Forstwirtschaft ein Ende, weil nicht mehr entnommen werden durfte als nachwächst. Aber dann kam der Pferdefuß:
Denn die Aufforstung mit dem „Brotbaum des Försters“, also der Fichte, sorgte für riesige Monokulturen, also Pflanzplantagen.
Das ging gut bis die Stürme und der Klimawandel kamen und ganze Landstriche umfegten, sie austrocken ließ, und dem Borkenkäfer und dem Engerling beste Futterbedingungen schufen. Jeder kennt die Bilder aus dem Ried oder dem Harz.
Die Gemeinde Roßdorf hat zum Glück ihre großen Waldflächen an Hessen Forst vergeben. Die Revierförsterinnen und Revierförster widerstehen der Versuchung, aus dem Wald eine Einnahmequelle zu machen, wie es früher war. Wir GRÜNEN unterstützen sie dabei wo wir können.
Spätestens bei jeder Beratung über den „Waldwirtschaftsplan“
Wo sich Kommunen von Hessen Forst getrennt haben, lag es oft daran, dass die Gemeinden mit einzelnen Forst-Personen nicht zurechtkamen.
Bei uns in Roßdorf läuft das seit vielen Jahren deshalb sehr gut, weil offen und immer wieder miteinander kommuniziert wird.
Wir sind sicher, dass sich daran in Roßdorf in Zukunft nichts ändert.
Mit den Nachfolgerinnen und Nachfolgern des langjährigen Försters und ihm haben wir GRÜNE nur viel Übereinstimmung erlebt.
Für die GRÜNEN: Frieder Kaufmann mit der Redaktion

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