Die Roßdörfer Grünen waren bei den vorherigen Aktionstagen mit vielen Teilnehmenden aktiv dabei. Wir wollen nicht tatenlos bei der drohenden Überschreitung von Klima-Kipp-Punkten zusehen.
Wegen der COVID-19-Pandemie können klassische Straßendemos momentan nicht umgesetzt werden. In Roßdorf haben wir daher – wie Gleichgesinnte weltweit – die vor allem von Kindern gestalteten Streikplakate ins Fenster gehängt und dem knapp 3 stündigen Livestream der Fridays For Future gefolgt.
Einigen Aktivisten gelang es, den Protest auch unter freiem Himmel bei strikter Einhaltung des Abstandsgebotes öffentlich zu machen:
Die Pflastermaler aus Darmstadt haben das Demonstrationsverbot kreativ ausgestaltet. Die Polizei hat es genehmigt. In Berlin legten Aktivisten knapp 10.000 Plakate auf der Wiese vor dem Reichstag aus. Und auch in vielen anderen Städten fanden ähnliche Aktionen statt.
Beim bisher größtem Netzstreik unter dem Motto „Fight Every Crisis“ wurden neben der Klimakrise auch die andere Krisen thematisiert, die wegen der Coronapandemie gerade wenig Beachtung finden: der Rassismus sowie die Flüchtlingsproblematik.
Beim Livestream kamen auch namhafte Wissenschaftler, Schauspieler, sowie Sänger zu Wort. Die Musiker, die live in ihren Wohnzimmern spielten gaben dem ganzen einen abwechslungsreichen Rahmen. Zwischendurch wurde immer wieder nach Berlin geschaltet, wo die Aktivisten die Demoplakate vor dem Reichstag auslegten.
Leider kam es immer wieder zu technischen Störungen. Was zum einen am oft kritisierten schlechten Netzausbau hierzulande liegen könnte oder aber weil sich zehntausende Menschen am digitalen Streik beteiligten. „Dieser Stream läuft immer noch besser als die Klimapolitik der GroKo“ konnte man daher zwischendurch immer mal wieder auf dem „Störbild“ lesen. Diese Kritik sprach später auch Luisa Neubauer an: Während die Politik bei akuten Krisen wie der aktuellen Coronakrise schnell handele und Empfehlungen aus der Wissenschaft umsetze, tue sie es bei der Klimakrise nicht. Ein Punkt, den auch Eckard von Hirschhausen ansprach. In seinem Beitrag machte er zunächst noch einmal deutlich, welche negativen Konsequenzen die Erderwärmung auf unsere Gesundheit hat. Er zog auch viele Parallelen zur aktuellen Coronakrise. So seien besonders viele Todesfälle in Städten mit schlechter Luftqualität zu verzeichnen. Naturschutz, Artenschutz und Corona hängen eng zusammen, und „wenn die Politik auf Virologen hören kann, warum dann nicht auch mal auf Klimaforscher?“ Er plädiert dafür, Milliardenhilfen nicht in ein zerstörerisches Wirtschaftssystem sondern in die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu investieren.
Das war auch ein Punkt, mit dem Fridays for Future für diesen Streik geworben hatte: „Die Große Koalition ist anfällig für klimaschädliche Vorschläge der Autolobby – das hat sich schon in der Finanzkrise 2009 gezeigt: Mit einer ‚Abwrackprämie‘ kurbelte die Bundesregierung damals den Kauf von Neuwagen an. Die Folge: Tausende neue Autos, die im Schnitt deutlich klimaschädlicher sind als ihre Vorgänger.“
Fazit: ein Netzstreik kann einen Straßenstreik nicht ersetzen. Aber es ist wichtig auch in diesen Zeiten ein Zeichen für Klimaschutz zu setzen. Der Klimawandel macht keine Pause!
Für die Grünen: Katrin Rose mit dem Redaktionsteam

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