Letzte Sitzung der Gemeindevertretung vor der Sommerpause

Auf der letzten Sitzung der Gemeindevertretung am 29. Juni standen wieder viele Punkte zur Beratung auf der Tagesordnung. Neben der Verabschiedung der Umlegungsbedingungen und Einwurfs- und Zuteilungswerte für das Umlegungsverfahren im Baugebiet „B 38 Roßdorf-Ost“ ging es um den 2. Entwurf für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Ringstraße/Ecke Traisaer Weg“. Auch dem überarbeiteten Entwurf hat die grüne Fraktion hier nicht zustimmen können. Das Vorhaben ist uns nach wie vor zu groß. Auch wenn wir grundsätzlich für innerörtliche Verdichtung sind, sollte diese maßvoll stattfinden, das sehen wir hier als nicht gegeben an.

Große Uneinigkeit herrschte über den Grundsatzbeschluss zur Gründung einer (g)GmbH bzw. eines Zweckverbandes „Bezahlbarer Wohnungsbau im Landkreis Darmstadt-Dieburg“ zu dessen Beteiligung aller 23 Kommunen der Landkreis aufgerufen hat. Ob und wie Roßdorf sich daran beteiligen soll wurde heftig diskutiert. Dass die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum notwendig ist, war das einzige worüber sich alle Fraktionen einig waren. Ansonsten war bei diesem Punkt kein Übereinkommen möglich. Vor allem die Koalition aus SPD/CDU war sich uneins, ein während der Sitzung eilig eingebrachter Änderungsantrag der CDU-Fraktion wurde nicht angenommen. Schließlich war es wieder einmal dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Steven Günther-Scharmann zu verdanken, dass mit seinem Formulierungsvorschlag doch noch ein einvernehmlicher Konsens erzielt werden konnte: Vorerst werden sich die zuständigen Ausschüsse weiter mit dem Thema beschäftigen.

Unser gemeinsamer „Antrag zur Förderung des Sport- und Bewegungsangebotes für Neubürger und Flüchtlinge in der Gemeinde Roßdorf“ mit der WiR-Fraktion kam aufgrund der umfangreichen Tagesordnung und den langen Diskussionen während der Sitzung leider nicht mehr zur Sprache. Die beiden vom Antrag betroffenen „Sportcoaches“ unterstützen seit 2016 vielfältig die Sport- und Bewegungsangebote der SKG und anderer Sportvereine in Roßdorf, halten den Kontakt zwischen Sportvereinen, Flüchtlingsbetreuung, Flüchtlingsunterkünften und Flüchtlingen, begleiten auch Flüchtlinge zu den Sportangeboten und organisieren eigene Angebote (wie Schwimmkurse, Mitternachtsfußball, Kegeln etc.). Nun verbleibt bis Ende des Jahres nur noch eine Sportcoach-Stelle bzw. arbeiten beide Sportcoaches ab sofort nur noch 50% Ihrer bisherigen Zeit. Das Geld des entsprechenden Förderprogramms der Sportjugend Hessen ist seit Ende Juni aufgebraucht, eine Aufstockung aus der Gemeindekasse (2.700,- Euro für 6 Monate) ist leider nicht geplant.

Das Förderprogramm – das die Kosten der Sportcoaches bis jetzt abgedeckt hat – hat zum Ziel, Menschen über den Sport besser in unsere Gesellschaft zu integrieren – und das gelingt in Roßdorf erfolgreich. Über die Sportangebote haben sich gute Kontakte zu den Flüchtlingen und ihren Familien aufgebaut, die Sportcoaches sind so vertrauensvolle Ansprechpartner geworden. Wir haben beantragt, beide Sportcoaches bis Ende des Jahres im bisherigen Umfang zu beschäftigen, um die Integration weiterhin so erfolgreich zu begleiten. Auch wenn die allgemeinen Flüchtlingszahlen rückläufig sind, hört die Integration der anwesenden Migranten nicht auf. Wir sehen in der Arbeit der Sportcoaches einen sehr wichtigen Beitrag zur Integration neuer Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Gemeinde, die Vereine können das alleine nur schwer (kurzfristig) leisten. Deshalb sollte die Arbeit der Sportcoaches auch dann finanziert werden, wenn keine weiteren Fördermittel bewilligt werden. Da der Antrag bereits in allen vorherigen Ausschusssitzungen von SPD/CDU abgelehnt wurde, wäre das höchstwahrscheinlich auch das Ergebnis der nun nicht erfolgten Abstimmung gewesen.

Dennoch bedauern wir, dass der Antrag aufgrund des ungewöhnlichen Sitzungsverlaufs am 29.06. nicht diskutiert wurde, dieser Tagesordnungspunkt lag uns sehr am Herzen. Für eine zielführende Diskussion auf der nächsten Sitzung im September ist es zu spät. Zumindest teilen sich die Gemeinde Roßdorf und die SKG die Kosten für die eine verbliebene Stelle bis Ende 2017, vermutlich wäre das sonst auch am Finanziellen gescheitert. Wir werden uns jedenfalls weiterhin für die Sportcoaches einsetzen, Integration bedeutet eben mehr als ein Slogan auf dem Wahlplakat.

Für die Grüne Fraktion: Stefan Eichelhardt

 

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